Gemeindepräsidium: Wird Marianne Hollinger doch herausgefordert?

Eine vermutete stille Wahl von Marianne Hollinger zur Gemeindepräsidentin könnte sich bald in Luft auflösen. Es mehren sich die Anzeichen, dass SP-Gemeinderat Paul Svoboda gegen sie antritt.

Tobias Gfeller

Klar, zwei Monate vor den Präsidentschaftswahlen ist noch vieles Spekulation. Das sagen auch alle Beteiligten, die zum Thema befragt werden. Trotzdem steht eines schon fest: Eine stille Wahl von Marianne Hollinger (FDP) will ausser der FDP nahestehenden Kreisen niemand in Aesch. «Ein Neuanfang für Aesch!», forderte SP-Gemeinderat Paul Svoboda auf der Homepage der SP Aesch-Pfeffingen am 10. April. Er schreibt weiter: «Die neue Amtsperiode geht bald los. Ob es wirklich besser wird, wage ich stark zu bezweifeln.
Die FDP versucht krampfhaft auf gut Freund zu machen und redet die Wahlschlammschlacht schön.»

Die Worte sind wohlüberlegt gewählt und zeugen von einem inneren Frust, wie er bei einem Politiker in einem Exekutivgremium kaum grösser sein könnte. Und weiter ist zu lesen: «Aber das Wirken der Präsidentin spricht eine andere Sprache. Die Einmischung in unsere Geschäfte läuft wieder auf Hochtouren. Und auf der Verwaltung wird von ihr die Rückgängigmachung sämtlicher ihr nicht genehmen Beschlüsse – insbesondere der Reorganisation – proklamiert. Ihre beiden Parteikollegen werden so nebenbei gleich zu meinungslosen Abnickern degradiert. Ich gedenke nicht, dem tatenlos die nächsten vier Jahre zuzuschauen.»

Paul Svoboda: «Eine finanzielle Frage»

Svoboda spricht offen über Rücktritt, falls Hollinger im Juni im Amt bestätigt würde: «Ich will so nicht weiterarbeiten. Sicher nicht mit diesem Präsidium.» Nochmals mehrere Jahre tue er sich nicht an. «Ich identifiziere mich nicht mit diesem Job», stellt er klar. Es gebe für ihn auch andere Freizeitbeschäftigungen. Für Svoboda sind es nach wie vor unhaltbare Zustände im Gemeinderat, in dem der alte Filz im Hintergrund immer noch wirke.

Der ehemalige Landrat liebäugelt mit einer Kandidatur zum Gemeindepräsidium. Doch klar sei noch nichts. «Wir müssen das in der SP klären, die Basis befragen und dann mit den anderen Parteien reden.» Es stelle sich die Frage, ob die SP nochmals einen Wahlkampf machen möchte. «Schlussendlich ist es auch eine finanzielle Frage.» Svoboda sieht die SP nach den Gemeindewahlen in einer guten Position: «Wir sind relativ stark. Eines ist ganz sicher: Wenn niemand antritt, gibt es keinen Wandel.»

Gespaltene CVP

Damit ein Kandidat gegen Marianne Hollinger, die am 11. März ein Glanzresultat erzielte, überhaupt eine Chance hätte, bräuchte dieser eine breite Unterstützung über die Parteigrenzen hinaus. Doch die Präsidenten von CVP und SVP wollen sich noch nicht festlegen. Beide würden es begrüssen, wenn es zu einer Wahl käme. Die nach den Wahlen angeschlagene CVP will erst abwarten, was die anderen Parteien unternehmen. «Danach schauen wir, was wir machen», sagt Sektionspräsident Stephan Gloor. Eine allfällige Unterstützung Svobodas birgt für die CVP auch ein Risiko: Nicht wenige CVP-Anhänger haben im März auch Hollinger gewählt und würden einen Wahlkampf gegen sie nicht goutieren. CVP-Sprecher Stephan Gassmann macht in seinen Leserbriefen aber keinen Hehl daraus, dass er eine Abwahl Hollingers befürworten würde.

Für SVP-Präsident Peter Lehner macht es Sinn, wenn es zu einer offenen Wahl käme. An Spekulationen über allfällige Kandidaten möchte er sich aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beteiligen.

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