Erst zu Sm’Aesch und dann gleich in die Nati: Die 18‑jährige Meret Aarden trumpft auf
Meret Aarden gilt zurzeit als eines der grössten Nachwuchstalente im Schweizer Frauenvolleyball. Vor einem halben Jahr spielte sie noch in der NLB, jetzt in der Nati.

Es ist 5.30 Uhr, der Wecker klingelt. «Ich musste die letzten drei Jahre so früh aufstehen», erzählt Meret Aarden. Hausaufgaben erledigte sie meist zwischen Unterricht und Training oder während der Zugfahrt von Aarau nach Basel. Viel Zeit für Freizeit blieb nicht. Rückblickend bereut sie den Aufwand jedoch keine Sekunde: «Es hat sich definitiv gelohnt», sagt Aarden nach ihrem ersten Nati-Zusammenzug.
Der Grundstein für Meret Aardens Karriere wurde schon früh gelegt. Auf Anraten ihres Vaters, der selbst Volleyball spielte, tauschte die heute 18‑Jährige vor rund zehn Jahren Ballettschuhe und Kontrabass gegen Sportschuhe. Schnell wurde klar: Mit ihren 1,81 Metern, ihrer Athletik und ihrem Ehrgeiz bringt sie alles mit, was es für den Leistungssport benötigt. Ihre ersten Schritte machte die Angreiferin beim SC Gym Leonhard in Basel. 2023 folgte der nächste Karriereschritt: der Wechsel an den nationalen Volleyball-Nachwuchsstützpunkt in Aarau – ein Entscheid, der ihr sportlich neue Perspektiven eröffnete, im Alltag aber einiges abverlangte. Drei Jahre lang pendelte Aarden täglich von Basel nach Aarau, besuchte dort die Sportschule und absolvierte mehrere Trainingseinheiten pro Woche.
Vom Youngster zur Nati-Spielerin
Im vergangenen Winter klopfte Sm’Aesch Pfeffingen an. Bei den Einsätzen für die Eaglets Volley Aarau in der Nationalliga B war die Baslerin den Verantwortlichen aufgefallen. Dank einer Doppellizenz erhielt die Aussenangreiferin Anfang Jahr die Chance, erstmals in der Nationalliga A aufzulaufen. Wenige Monate später folgte der nächste Meilenstein: Ausgerechnet an ihrem 18. Geburtstag unterschrieb sie ihren Vertrag für die Saison 2026/27 und gehört seither fix zum NLA-Kader von Sm’Aesch Pfeffingen.
Der steile Aufstieg blieb auch auf nationaler Ebene nicht unbemerkt. Im Juni wurde Aarden erstmals von Nationaltrainerin Lauren Bertolacci für das Elite-Nationalteam aufgeboten. Bertolacci stand bis zum Ende der Saison 2024/25 beim Ligakonkurrenten von Sm’Aesch, Neuchâtel UC, an der Seitenlinie und gewann sechs Meistertitel, viermal den Cup und sechsmal den Supercup.
Im Nationalteam spielte sich Aarden auf Anhieb ins 14er-Kader und sogar in die Starting Six. Mit fünf Siegen aus sechs Spielen verpasste die Schweiz den Halbfinaleinzug in der European League jedoch knapp. Ausschlaggebend war die 2:3-Niederlage gegen Finnland, durch die das Team die Vorrunde auf dem fünften Rang abschloss. Da sich nur die ersten vier Nationen für die Halbfinals qualifizierten, platzte der Traum von der Titelverteidigung. Aarden zieht dennoch ein positives Fazit: «Am Schluss bin ich sehr stolz auf unsere Leistung und auf das, was wir als Team zeigen konnten.»
«Der Weg von Meret ist beeindruckend»
Der Blick richtet sich bereits auf die kommende Saison. Für Aarden beginnt bei Sm’Aesch die erste vollständige Spielzeit in der Nationalliga A. Die Ziele sind klar: «Ich möchte möglichst viel von den erfahrenen Mitspielerinnen lernen und mich als Spielerin weiterentwickeln», sagt Aarden.
Auch bei Sm’Aesch ist man von der Entwicklung der 18‑Jährigen überzeugt. «Merets Weg ist beeindruckend», sagt Geschäftsführer Fabio Back. Besonders schätzt er nicht nur ihre sportlichen Qualitäten, sondern auch ihren Charakter: «Sie ist eine tolle, bodenständige Persönlichkeit, die genau weiss, was sie kann und will.»
Dass Aarden erst vor einem halben Jahr erstmals mit dem ersten Team trainierte und inzwischen bereits zum Aufgebot des Schweizer Nationalteams gehört, erfüllt Back mit Stolz. «Wir haben natürlich grosse Freude, dass sie Teil unseres Vereins geworden ist und diesen auch in Zukunft mitprägen wird.»
Auf Aarden und Sm’Aesch wartet allerdings eine anspruchsvolle Saison. Nach Platz drei in der vergangenen Meisterschaft hat sich das Gesicht des Teams stark verändert. Lediglich vier Spielerinnen blieben dem Team erhalten, neun Neuzugänge stiessen dazu. Sämtliche Ausländerinnen verliessen den Verein. Somit fand auf die neue Saison hin der grösste Umbruch der vergangenen Jahre statt.
Das Liebäugeln mit dem Meistertitel
Trotz des grossen Umbruchs blickt Aarden optimistisch nach vorne. Nach mehreren Meistertiteln von Neuchâtel UC sieht sie durchaus Chancen für ihr Team. «Ich möchte, dass wir den Kampf auf dem Spielfeld zeigen», sagt die 18‑Jährige. Mit ihrer Entwicklung der vergangenen Monate dürfte sie dabei eine wichtige Rolle spielen.
Mit dem Sprung in das Schweizer Nationalteam und dem Wechsel zu Sm’Aesch hat Meret Aarden bereits wichtige Meilensteine erreicht. Doch die 18‑Jährige wagt einen Blick in die ferne Zukunft. «Ich würde sehr gerne einmal im Ausland spielen», sagt sie. Besonders Volleyballnationen wie Italien, Frankreich, Deutschland, die Türkei oder Japan reizen sie. Dabei geht es ihr nicht nur um den sportlichen Schritt auf ein noch höheres Niveau, sondern auch darum, andere Kulturen kennenzulernen und neue Erfahrungen zu sammeln.
Trotz ihrer ambitionierten Ziele wirkt Aarden bodenständig und zielstrebig. Ihr Fokus liegt nicht auf schnellen Erfolgen, sondern auf einer stetigen Entwicklung und der Freude am Spiel. Das erste Kapitel ihrer noch jungen Karriere ist geschrieben – spannendere weitere Episoden dürften folgen.


