Eine Künstlerin im Wasser

Die Pfeffinger Synchronschwimmerin Svea Ursprung reiht in diesem Jahr Erfolg an Erfolg. Am vergangenen Wochenende kam eine weitere Medaille hinzu.

Trainiert fast täglich mit ihrem Team: Svea Ursprung (ganz links). Fotos: Zvg

Trainiert fast täglich mit ihrem Team: Svea Ursprung (ganz links). Fotos: Zvg

«Ausstrahlung und Haltung wahren»: Svea Ursprung (vorne).

«Ausstrahlung und Haltung wahren»: Svea Ursprung (vorne).

Vize-Schweizer-Meisterin in der Disziplin «Team Tech» Mitte April an den Schweizer Meisterschaften der Elite in Kloten, Bronze in der Disziplin «Combo» und dazu mehrere Topplatzierungen ausserhalb der Medaillenränge an den Schweizerischen Jugendmeisterschaften am Wochenende in Genf – Svea Ursprungs erstes Halbjahr 2021 verlief bisher bestens, und dies obwohl sie und ihr Team in den Wettkämpfen jeweils zu den Jüngsten gehörten. Bereits Ende Juni folgt für die Pfeffingerin mit der Junioren Europameisterschaft in Malta der nächste Höhepunkt. Um sich mit den Kolleginnen optimal darauf vorzubereiten, reist sie am 16. Juni ins Trainingslager. Sie wird damit wie bereits ihren 14. auch den 16. Geburtstag weg von zu Hause mit ihrem Nationalteam feiern und verpasst das Abschlussfest ihrer Sportklasse an der Sekundarschule Muttenz. Das schmerze schon, gibt sie unumwunden zu. «Da wäre ich gerne dabei gewesen, weil damit unsere gemeinsame Schulzeit endet.»

Verzichten gehört bei Svea Ursprung zum Alltag. Während andere Teenager draussen die lauen Sommerabende geniessen und Freunde treffen, fährt sie fast täglich mit dem Zug nach Bern zum Training oder ist mit ihrem Team schon im Wasser, um die nächsten Ziele zu erreichen. Wenn sie jedoch mal frei hat, geniesse sie es umso mehr, mit Freunden etwas zu unternehmen.

Olympia als Fernziel

Artistic Swimming, wie Synchronschwimmen mittlerweile heisst, ist eine trainingsintensive Sportart. Die Unterschiede in der Ausführung der Elemente sind für Laien fast nicht zu erkennen. Über 25 Trainingsstunden kommen bei Svea Ursprung pro Woche zusammen. Der Grossteil davon absolviert sie am nationalen Stützpunkt in Bern. Dazu kommen Trainingslager und Wettkämpfe im In- und Ausland. Ohne die Möglichkeit der Sportklasse könnte sie Spitzensport und Schule nicht verbinden. Dank der Sportklasse am Gymnasium Liestal wird dies für sie auch nach den Sommerferien möglich sein. Ein Profi sein als Synchronschwimmerin ist in der Schweiz nahezu ausgeschlossen, erklärt Svea Ursprung. «Aktuell sind nur gerade jene zwei Schwimmerinnen für ein Jahr Profis, die die Schweiz bei den Olympischen Spielen vertreten wollen.» Olympia ist auch das grosse Fernziel der Pfeffingerin. Im nationalen Verband Swiss Aquatics ist sie Teil der Leistungsgruppe für Paris 2024.

Permanent bis acht zählen

Voraussetzung für den Erfolg ist neben dem eigenen Können die Harmonie im Duett oder in der Gruppe. Die Bewegungen der Schwimmerinnen zur Musik müssen zeitlich und räumlich exakt identisch sein. Die Schwimmerinnen merken sich das Programm mittels zählen, beschreibt Svea Ursprung. «Wir zählen während einer Darbietung permanent bis acht und stets in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Bei jeder Zahl wissen wir, welche Bewegung jetzt kommt.»

Umso bemerkenswerter ist die Leistung, wenn man bedenkt, dass die Schwimmerinnen während rund der Hälfte des dreiminütigen Programms den Kopf unter Wasser haben und damit fast permanent im anaeroben Bereich sind, wo der Körper quasi mit Sauerstoff unterversorgt ist. Kommt der Kopf über Wasser, müssen sie einerseits tief Luft holen, andererseits aber auch die Ausstrahlung und Haltung bewahren. Denn Artistic Swimming ist, wie der Name schon sagt, auch Kunst.

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