Ein «Spitzenjahrgang»

Am Schnitzelbankabend «Pfäffigerli» war niemand mehr sicher – insbesondere die politische Gemeinde musste Sinn für Humor beweisen.

Angriffslustig: Der Pfeffinger Bank Giuseppe nahm sich unter anderem die kommunale Politik vor. Foto: Caspar Reimer
Angriffslustig: Der Pfeffinger Bank Giuseppe nahm sich unter anderem die kommunale Politik vor. Foto: Caspar Reimer

Nach zwei Jahren Pause fand vergangene Woche am Mittwoch und Donnerstag in der «Böb’s Dorfschüre» wieder der Schnitzelbankabend «Pfäffigerli» statt. Der Anlass war an beiden Abenden bis auf den letzten Platz ausgebucht und das Line-up überzeugte mit lokalen Urgesteinen, prominenten Gastformationen und einigen Überraschungen. «Es ist ein absoluter Spitzenjahrgang», sagt Daniel Kaiser vom Organisationskomitee.

Den Anfang machte gleich der Pfeffinger Schnitzelbank Giuseppe, der sich in einem Vers direkt an den anwesenden Gemeindepräsidenten Sven Stohler richtete: «Jetzt wo är goht, do isch dä Pfäffiger vil wohler; ich mein doch euse Gmeinipräsi der Sven Stohler; liebe Sven, ich danke Dir und hät e Bitt: nimm doch der Gmeindsverwalter Speranza au grad mit.» Ebenfalls an die Dorfpolitik wagte sich der Aescher Schnitzelback s’Wöschwyb: «Gäll Du, und Du, Du kennsch mi nit, wär kennt das Fasnachtsvärsli nit? Z Pfäffige, do chlagt miir äine, dä nöii Gmäinroot kenn au keine!» Von dieser Seite gab es auch einen Seitenhieb an die Organisatoren des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests: «Ans Schwingfescht z Prattele dien alle springe; au Aesch möcht e Dorffescht mache und singe; mir dringge Schämpis und dien Kaviar bigge; und d Rächnig denn uf Lieschtel schigge!»

Aus Basel angereist kamen etwa die Formationen Elfiglöggli und Blagèèri, die mit dem typischen Humor der Basler Fasnacht die Stimmung zusätzlich anheizten und es dabei nicht unterliessen zu erwähnen, dass es sich bei der Pfeffinger Fasnacht natürlich um die beste im ganzen Baselbiet handle. Die Formation Elfiglöggli meinte gar: «Mir sind e bitz nervös hüt z Obä, will mir sind no nie so wit wäg gsy vo deheim. Im Usland quasi.» Omnipräsent waren denn auch die Themen Umweltschutz und Genderdebatte. So meinte Schnupfnase und Schnupfnäsli: «Z Basel hed s nit numme im Zolli Affe, die wänd tatsächlich Frau und Maa abschaffe. S isch alles klaar, drum wüsse die Pflutte, au gar nümm richtig, wie me tuet schutte.»

Besuch von Almi

Zum ersten Mal mit dabei war dieses Jahr der Oberbaselbieter Schnitzelbank Dr Muser Schang, der mit treffsicher vorgetragenen Versen überzeugte. Nach dem Hauptgang – das Vier-Gang-Menü wurde vom Restaurant Rebstock zubereitet – erklärte S Källerdiirli, dass er seinen Helgenträger nicht kenne, dieser sich aber als Klimaaktivist an ihn geklebt habe.

Für melodische Abwechslung sorgten die Doppelstäb, die ihre Verse in ­Bluesform präsentierten. Nach dem Dessert erfreuten sich die 68 Gäste an den perfekt getroffenen, gekonnt servierten Versen der Schnappsbagge. Den vermeintlichen Abschluss machte S spitzig Ryssblei, das für seinen Auftritt direkt vom Mimösli nach Pfeffingen angereist kam. Und als alle dachten, das Programm wäre zu Ende, tauchte Komiker Patrick «Almi» Allmandinger auf und setzte in seiner Rolle als deutscher Fernsehmoderator einen krachenden Schlusspunkt.

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