Ein Sammelsurium an Unterfangen
Lange wird bereits über verschiedenste Projekte im und um den Bahnhof Aesch diskutiert. Machen Gemeinde und Kanton nun Nägel mit Köpfen?

Der Masterplan Bahnhof Aesch, wie er genannt wird, reiht sich als eine Art Matroschka-Projekt in die hiesigen Unterfangen des Kantons ein. Einerseits ist er Teil des grösseren, bikantonalen Vorhabens «Zukunft Birsraum», welches sich der vollumfänglichen Entwicklung des Gebietes entlang der Birs zwischen Aesch und Dornach verschrieben hat. Andererseits fasst der Masterplan selbst aber auch verschiedenste kleinere Projekte, mit dem Fokus auf Verkehrsplanung, in sich zusammen.
In seiner letzten Sitzung Ende Juni hat der Aescher Gemeinderat die Projektskizze zum Masterplan Bahnhof Aesch bestätigt. «Mit der Projektskizze haben wir lediglich festgelegt, welche Themen im Masterplan zusammenfliessen und aufgearbeitet werden müssen», sagt Gemeindepräsidentin Eveline Sprecher (SP) und führt aus: «Es werden noch keine Projekte umgesetzt.»
Der lang ersehnte 15‑Minuten-Takt
In Zusammenarbeit mit den kantonalen Ämtern für Tiefbau sowie Raumplanung wurden mehrere Vorhaben fixiert – die meisten geistern seit geraumer Zeit in der Agglomerationsgemeinde herum –, die nun vereint und aufeinander abgestimmt angegangen werden sollen. Allen voran der Bau eines Wendegleises, welches der S‑Bahn zwischen Aesch und Basel SBB den 15‑Minuten-Takt ermöglichen würde. Ebenfalls die Verlängerung der Industriestrasse nach Dornach inklusive einer Birsquerung, die Erschliessung des Gewerbegebiets Birsmatte oder der Ausbau der 11er-Tramlinie bis zum Bahnhof gehören den zu behandelnden Themen an.
Der Vorteil des Masterplans sei, dass die Umsetzung der verschiedenen Unterfangen gegenseitig koordiniert werden könne. «Wie beeinflusst etwa der Bau des Wendegleises die Gestaltung des Bushubs?», fragt sich Sprecher. Fragen wie diese gilt es zu klären. Bis Ende dieses Jahres soll der Masterplan fertiggestellt werden. Die vom Gemeinderat beschlossene Projektskizze dient dabei als Grundlage für weitere Planungen. Die verschiedenen Unterfangen werden aufgearbeitet und auf ihre Abhängigkeiten geprüft.
Wie genau die verschiedenen Themen angegangen werden, ist derweil allerdings nicht klar. Sprecher sagt indessen: «Es ist wichtig, dass die verschiedenen Akteure in den entsprechenden Themenbereichen einbezogen werden.» Die Federführung liege allerdings weiter bei der Standortgemeinde – also Aesch. Wann die konkreten baulichen Massnahmen umgesetzt werden sollen oder wie lange diese andauern, sei, so Sprecher, zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar.
Bestimmungen vonunten nach oben
Die Ausarbeitung des Masterplans werde jedoch nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden. «Für uns ist ganz wichtig, dass wir die Bevölkerung und Stakeholder einbinden», sagt die Gemeindepräsidentin und führt aus: «Nur dann kann etwas Nachhaltiges entstehen.» Dafür ist unter anderem eine Begleitgruppe vorgesehen. Diese setzt sich aus Bevölkerung, Anwohnerschaft, Gewerbetreibenden und Grundeigentümerinnen zusammen. Auch die Gemeinden Dornach und Duggingen sowie die SBB werden vertreten sein. Die definitive Erarbeitung des Masterplans soll somit von allen betroffenen Parteien begleitet werden.
Die geplanten Projekte rund um den Bahnhof Aesch dürften wohl politisch wie auch planerisch noch einiges an Geduld in Anspruch nehmen. Der Bahnhof ist nicht nur Verkehrsknotenpunkt für Pendlerinnen und Pendler, sondern auch Schnittstelle zwischen Wohnquartier und Gewerbegebiet. Damit steht nicht nur Aesch, sondern die gesamte Birsstadt vor einem Prüfstein. Hier entscheidet sich, wie neue Ausläufer der Agglomerationsgemeinden erschlossen werden, ohne die Strassen zusätzlich zu belasten.


