«Die Ziele sind erreicht»

SP-Gemeinderat Paul Svoboda hat am Dienstagabend dem Gemeinderat seine Demission auf Ende Juni eingereicht. Christine Koch rückt nach.

Zeit, zu gehen: Paul Svoboda tritt per Ende Juni nach neun Jahren als Gemeinderat aus der Aescher Exekutive zurück.  Foto: Bea Asper
Zeit, zu gehen: Paul Svoboda tritt per Ende Juni nach neun Jahren als Gemeinderat aus der Aescher Exekutive zurück. Foto: Bea Asper

Bea Asper

Es sei Zeit, zu gehen, sagt Paul Svoboda im Gespräch mit dem «Wochenblatt». «All meine wichtigen Projekte sind unter Dach und Fach. Ich hinterlasse ein gut funktionierendes Departement ohne Altlasten.» Deswegen habe er sich entschieden, seine Freizeit künftig in andere Projekte zu investieren, erklärt der Leiter vom Amt für Gewässerschutz im Kanton Basel-Stadt und verweist auf kantonale Gremien, in denen er tätig ist. Zumal ihm das politische Klima die Arbeit mehr erschwert statt erleichtert habe.

Als Beispiel nennt er das kommunale Polizeireglement. Wenige Stunden vor der Gemeindeversammlung konfrontierte ihn die FDP mit unzähligen Anträgen, die sich später in den meisten Fällen als irrelevant herausstellten. Ausgerechnet jene Kräfte, die in ihrem Parteiprogramm den Abbau von Bürokratie loben, versuchten, Svobodas Vorschlag zur Verringerung von administrativem Aufwand zu bodigen. Die Gemeindeversammlung liess sich nicht beirren und gab Svoboda recht. Doch insgesamt wurden Kräfte verbraucht anstatt gebündelt, sagt Svoboda. Und: «Ein effizientes Arbeiten ist in Aesch unter den jetzigen Konstellationen nur schwer möglich. Lange Reden zu schwingen und Projekte auf die lange Bank zu schieben entsprechen nicht meinem Naturell.» Rückblickend bemängelt er, dass zu oft nach dem Motto verfahren wird: «Wenn du nicht weiterweisst, gründe einen Arbeitskreis». Für Svoboda ist ein solches Verhalten falsch und zieht nur unnötige Sitzungsentschädigungen nach sich. «Sind die Kompetenzen richtig eingesetzt, braucht es nicht immer weitere Abklärungen, sondern Entscheidungen.» Mit professionelleren Instrumenten und einer klaren Strategie würde Aesch besser fahren als mit parteipolitischem Geplänkel, lautet sein kritisches Resümee nach neun Jahren Exekutivarbeit.

Leuchtturmprojekt «Kuhweid»

Die Projekte, die ihm am Herzen lagen, hat Paul Svoboda durchgebracht. «Aesch ist Energiestadt und neu Mitglied der Energieregion Birsstadt, wir haben ein Energie- und Naturschutzkonzept mit aktuellen Massnahmeplänen, einen neuen Energiesachplan und eine gemeindeeigene Photovoltaikanlage. Weitere Anlagen sind in Planung. Und im Schützenmattschulhaus wird demnächst mit Holz aus dem eigenen Wald geheizt», zählt er auf. «Im Wald und in unseren Naherholungsgebieten wurden viele neue Biotope erstellt und wertvolle Aufwertungsmassnahmen umgesetzt. Auch meine Vision von der Aufwertung der Versickerungsanlage ‹Kuhweid› wurde als Leuchtturmprojekt für den ‹Aktionspark Birspark Landschaft› aufgenommen. Und meine Idee, den Einwohnern einen Teil der Abfallgebühren in Form von Abfallmarken zurückzuerstatten, wurde mit vielen positiven Rückmeldungen verdankt», freut sich der Biologe.

In seinem Departement ging es auch um die Frage, mit welchen Strategien die Zukunft von Feuerwehr und Zivilschutz gesichert werden kann. Die dafür notwendige Zusammenarbeit mit den Kommissionsmitgliedern und Fachkräften hebt Svoboda als sehr positiv hervor. Mit den gefundenen Verbundlösungen sei die Sicherheit nicht mehr infrage gestellt wegen personeller und materieller Engpässe.

«Sag niemals nie»

Nach seiner Amtszeit als Landrat und als Gemeinderat betrachtet Svoboda derzeit sein politisches Engagement als erfüllt. «Sag niemals nie», meint er lachend. «Doch geplant ist ein Comeback nicht.» Sicherlich werde er sich weiterhin im SP-Vorstand engagieren und «selbstverständlich werde ich mich weiterhin für unsere Natur und Erholungsgebiete einsetzen und alles dafür tun, damit diese für kommende Generationen erhalten bleiben».

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