Die Eier fliegen wieder
Nach einem Jahr Pause kehrt das Eierleset wieder zurück. Trotz viel Regen waren die Teams und das Publikum von den sportlichen Leistungen begeistert.
Die Kinder sind leicht nervös vor dem Startschuss zum diesjährigen Eierleset in Aesch. Die Strasse In den Saalbünten vor dem Pfarreiheim ist gesperrt, auf den Trottoirs hat sich das Publikum aufgestellt. Zwei lange Reihen Eierbecher sind auf dem Asphalt in regelmässigen Abständen aufgestellt worden. Von der Startlinie ist zu den Bechern zu rennen, ein Ei zu picken und es zum Kollegen zu bringen, der es behutsam in die bereitliegende Schachtel legt.
Werfen, wie das später die Erwachsenen machen (müssen), trauen sich nur die wenigsten. So geht bei den Kleinsten auch fast kein Ei zu Bruch. Im Rennen muss einem Dreikäsehoch kurz ein Hinweis gegeben werden, welches Ei er fassen soll. Er hat in der Aufregung und den vielen Eiern kurz die Orientierung verloren. Trotz hoher Luftfeuchtigkeit – andere würden dem Regen sagen – geht der Spass nie verloren. Die Jüngsten liefern ein packendes Herzschlag-Finale. Erst das letzte Ei entscheidet den Wettbewerb. Ausgelaugt stürmen die Kinder ins Pfarreiheim, wo eine wohlverdiente Stärkung wartet.
Etwas im Weg steht einzig ein Fahrzeug, das sich nicht an das ausgeschilderte Parkverbot hält. Dass es ein Aargauer Kennzeichen trägt, festigt ein Klischee des Publikums. Nun schenken sich auch die Plauschgruppen nichts. Denn jetzt liegt zusätzlich eine Bauabschrankung am Boden. Diese Latte markiert den Punkt, von wo aus das Ei geworfen werden soll. Die Fängerin oder der Fänger trägt eine Schürze und fängt mit ihr das zerbrechliche Gut auf. Das klappt in der Regel ganz gut, ausser wenn die eine Mannschaft das Gefühl hat, von ganz weit hinten schiessen zu müssen. Aber auch in der Schürze kann es noch zu Bruch gehen. Ein Zuschauer hat das Glück, dass er seinen Schirm aufgespannt hat. Er ist nicht nur gegen Regen nützlich, sondern wehrte auch ein heranfliegendes Ei ab.
Die Eier sind jetzt da
Letztes Jahr konnte der traditionelle Anlass nicht stattfinden, was die Aescher Fasnächtler zu ihrem Motto «Wo blybe d’Eier?» inspirierte. Einerseits sei der bisherige Austragungsort beim Neumatt-Schulhaus mit einem Bauprovisorium belegt, andererseits auch das katholische Pfarreiheim bereits besetzt gewesen, erklärt Jennifer Neff. Die Organisatorin und Präsidentin des TV Aesch war mit ihrem Team dieses Jahr unter Druck, einen Austragungsort zu finden, wie sie einräumt. Daher freut sie sich über den grossen Aufmarsch trotz schlechten Wetters. «Es ist nicht einfach, Freiwillige zu finden, die mithelfen», bedauert sie. Trotzdem möchte sie zusammen mit dem TV Aesch die Tradition des Eierlesets im Dorfleben verankern. «Wir möchten auch wieder vor dem Anlass Eier einziehen», beschreibt sie das Ziel für nächstes Jahr. Zum Eierleset gehört es eigentlich dazu, in der Woche vor dem Wettkampf von Tür zu Tür zu ziehen und die Haushalte um rohe Eier zu bitten. Dieses Jahr stellte der Gehrenhof die Hühnerprodukte zur Verfügung.
In der Zwischenzeit gewinnen die Birspfupfer Aesch gegen Aktives Aesch und eine Auswahl des TV Aesch zweimal. Sie spielen mit Schottenröcken und sind mit frischem Hopfensaft gedopt, zeigen aber auch Werferqualitäten, was den Fänger ebenfalls zu Höchstleistungen treibt. Sein Schurz tropft am Schluss vor Eigelb. Trotz Regen ist der Anlass für das Publikum kurzweilig und auch die Zuschauerinnen und Zuschauer können sich bei frischem Eiersalat stärken.






