Der Bacchanal Chor Aesch jubiliert zu seinem 25sten Geburtstag

Der für das grosse Winzerfest in Aesch gegründete Projektchor konnte am letzten Samstag mit einem Jubiläumskonzert feiern. Chor, Solisten und Musiker überzeugten auf der ganzen Linie.

Energisch, präzise und klar: Giovanna Baviera dirigiert den Bacchanal Chor Aesch.  Foto: Thomas Brunnschweiler
Energisch, präzise und klar: Giovanna Baviera dirigiert den Bacchanal Chor Aesch. Foto: Thomas Brunnschweiler

Im Jahr 1993 wurde der Bacchanal Chor Aesch gegründet. Ist der Name «Bacchanal» Programm? Das Bacchanal ist ein ungezügeltes, ausschweifendes Fest, bei dem ausgiebig getrunken wird. Was passt, ist die ungezügelte Sangesfreude des Chors, das Festliche seiner Auftritte und die Tatsache, dass man sich an den Liedmelodien manchmal fast berauschen kann. Mittlerweile zählt der Chor knapp 40 Sängerinnen und Sänger. Er steht unter der kompetenten Leitung von Giovanna Baviera, die Absolventin der Schola Cantorum Basiliensis ist und über eine grosse musikalische Erfahrung verfügt, vor allem im Bereich der Renaissance- und Barockmusik. Der Chor hat ein breites Repertoire. 2016 beeindruckte er im Theater Basel mit der Aufführung von David Greigs Stück «Die Ereignisse», in dem es um einen Amoklauf geht.

Schweizerpsalm mit lateinischem Text

Eröffnet wurde das Programm in der reformierten Kirche mit Pater Alberik Zwyssiks «Messe mit dem Schweizerpsalm», einer von Hubert Spörri in langjähriger Arbeit rekonstruierte Fassung einer leider verschollenen Festmesse. Die eher kurze Messe, die sich für den liturgischen Gebrauch eignet, ist ein Kleinod, auch wenn die Fugen nicht auskomponiert, sondern bloss angedeutet sind. Das Streichquartett mit Natalie Carducci, Marta Ramírez Garcia-Mina, Sara Gómez und Nicola Paoli begleitete zusammen mit Francesco Saverio Pedrini an der Truhenorgel durchhörbar und mit strahlendem Klang. Die hervorragenden Solisten Annie Dufresne (Sopran), Florencia Menconi (Mezzo-Sopran), Laurent Galabru (Tenor) und Csongor Szántó (Bass) harmonierten hervorragend, sowohl untereinander wie auch mit dem Chor. Dieser zeigte eine gepflegte Gesangskultur, klangliche Homogenität, gute Artikulation und eine differenzierte Dynamik. Giovanna Baviera dirigierte präzise, bestimmt und klar.

Schweizer Lieder auf höchstem Niveau

Im zweiten Teil spielte das Quartett zwei Sätze aus einer Sonata des Genfer Komponisten Fritz Gaspard im spätbarocken italienischen Stil. Der Chor konnte sich üppig in mehrstimmig gesetzten Schweizer Liedern in allen Landessprachen entfalten. Zu gefallen wussten vor allem das virtuose «La Fanfare du Printemps» des produktiven Komponisten Joseph Bovet, und das lüpfige Quodlibet aus Schweizer Volksliedern. Einen innigen und intensiven Moment bescherten die Solisten dem Publikum mit dem Guggisberglied in der Version von Tim Brown. Mit der rätoromanischen Hymne «La sera sper il lag» aus der Feder von Gion Balzer Casanova wurde der vierten Landessprache eine Hommage bereitet. Nach dem furiosen Schluss mit «Mäiteli, wenn du witt go tanzä» brach ein nicht enden wollender Applaus los, der zu einer Zugabe führte.

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