Das 30-Jahr-Jubiläum und ein Autorinnen-Debüt

Die Theatergruppe Aesch feiert dieses Jahr ihr Jubiläum mit einer Freilichtaufführung des Stücks «Schaffe? Ich doch nit!» auf dem Schlosshof in Pfeffingen. Dem Wochenblatt verrät Schauspielerin und Autorin Evelyne Spring, worauf sich Besucher freuen dürfen.

Letzte Vorbereitungen: Die Proben für das Freilicht-Theater finden in der Sekundarschule Neumatt statt. Foto: zvg

Gründungsmitglied und Schauspielerin Evelyne Spring steht bereits seit 40 Jahren auf der Bühne. Damit war sie auch bei der Entscheidung vor 30 Jahren dabei, als die Schauspieler und Mitglieder des Turnvereins Aesch beschlossen, ihre Theatergruppe vom Turnverein zu lösen, um als eigenständiger Verein zu agieren.

Bislang erwarb die Theatergruppe Aesch ihre Drehbücher von Verlagen, die Evelyne Spring für die Aufführungen ins Schweizerdeutsche übersetzte. Doch passend zum diesjährigen Jubiläum sollte Spring nicht bloss die Übersetzungsarbeit, sondern gleich die Autorschaft übernehmen. Sich selbst am Schreiben eines Stückes zu versuchen, sei ihr schon lange ein Anliegen gewesen: «Doch wie das so ist, habe ich mir das einfach nicht zugetraut», erklärt Spring. Diesmal habe sie sich gedacht: «Wenn nicht jetzt, wann dann?», sei ins kalte Wasser gesprungen und habe sich ans Schreiben des Stücks gemacht.

Wie lange sie dafür gebraucht habe, könne sie nicht genau sagen. Aber es sei auf jeden Fall ein Projekt gewesen, das sie über mehrere Monate hinweg beschäftigte.

Die Komödie als gesellschaftliche Mission

Im Zentrum des Stücks steht Thomi, ein durchtriebener Sohn, der seinen reichen Eltern vorgibt, Imbisswagenbesitzer zu sein, ohne tatsächlich zu arbeiten. Diese finanzieren seinen Lebensunterhalt in der Meinung, ihn bei seiner Selbstständigkeit zu unterstützen. Als Thomis Eltern schliesslich entscheiden, aus Amerika anzureisen, um ihn zu besuchen, droht das zusammengesponnene Lügennetz aufzufliegen. Wie und ob sich Thomi aus dieser brenzligen Situation befreien kann, erfahren Besucherinnen und Besucher bei der Uraufführung des Lustspiels in drei Akten.

Dass es sich bei dem Stück um ein komödiantisches Lustspiel handeln sollte, war für Spring von Anfang an klar. Das Hauptanliegen der Theatergruppe sei nämlich, den Besucherinnen und Besuchern eine schöne Zeit zusammen zu ermöglichen, während der Alltagsnöte und Sorgen in den Hintergrund treten können. Die Mission der Schauspieler: den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern und ein geselliges Miteinander gestalten.

Auf die Frage, ob sie bereit wäre, ein Foto machen zu lassen, antwortet die Schauspielerin: «Ich stehe zwar gerne auf der Bühne, aber nicht im Vordergrund». Spring sieht sich selbst nicht in der Position, als Gesicht der Theatergruppe aufzutreten. Ihre Zurückhaltung zeigt sich auch daran, wie sie zur Autorschaft des Stücks kam: Sie habe der Theatergruppe verschiedene Drehbücher anonymisiert vorgelegt. Dass die Wahl der Mehrheit dabei ausgerechnet auf das eigens von ihr geschriebene fiel, wertet Spring deshalb als eine Entscheidung aus Überzeugung und nicht aus Sympathie. Es sei ihr wichtig gewesen, ihre Schauspielkollegen nicht in eine unangenehme Situation zu bringen, falls ihnen ihr Stück nicht gefallen sollte. Aber die jahrzehntelange Erfahrung im Verein scheint überzeugt zu haben.

Ob Spring weitere Drehbücher schreiben wird, macht sie vom Erfolg des Stücks abhängig. Sie selbst habe eine wertvolle Erfahrung sammeln dürfen und würde diese jederzeit gerne wiederholen, sofern sie den Geschmack des Publikums getroffen habe.

Für Spring steht in erster Linie das Zusammenkommen des Publikums im Vordergrund. Viele Besuchende seien Stammgäste, die das Theater regelmässig verfolgen. Ob und wie das Wetter für das Freilichtspektakel mitmacht, soll die Gäste jedoch nicht beschäftigen: Die Theatergruppe hat eine Überdachung geplant. Einzig die Schauspieler sind dem Wetter bei der Uraufführung ausgesetzt.

«Schaffe? Ich doch nit!». Freilicht-Theater auf dem Schlosshof in Pfeffingen. Premiere: 6. Juni, 19.30 Uhr. Weitere Spieldaten unter: theatergruppe-aesch.ch

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