Circo Fantazztico: Weg von der Strasse – rein in die Manege

Der Circo Fantazztico bietet Kindern und Jugendlichen aus Costa Rica eine Alternative zu einem Leben in Kriminalität. Am Wochenende gastiert der Zirkus in Aesch.

Aufbruch: Kinder und Jugendliche aus Armenvierteln lernen im Zirkus die Welt und sich selbst neu kennen. Foto: christianjaeggi.com
Aufbruch: Kinder und Jugendliche aus Armenvierteln lernen im Zirkus die Welt und sich selbst neu kennen. Foto: christianjaeggi.com

Der Alltag in den Armenvierteln in den Städten Costa Ricas ist hart. Den Menschen eröffnen sich kaum Perspektiven; jeder Tag ist geprägt vom Überlebenskampf auf Müllhalden, von Drogenhandel, Prostitution, Raub und Gewalt. Um dort lebenden Kindern und Jugendlichen eine Möglichkeit zu bieten, aus diesem schwierigen Umfeld auszubrechen, wurde 2003 in San Isidro der Circo Fantazztico von der gemeinnützigen lokalen Organisation Vida Nueva gegründet. Mit Vorführungen in den Armenvierteln animiert die Institution junge Menschen zu einem Besuch eines regelmässigen Zirkustrainings, wo deren individuellen Talente gefördert werden. Sie lernen Jonglage, Artistik, Einradfahren, Clownerie kennen, bekommen aber auch ethische Werte wie Ehrlichkeit oder Zusammenhalt vermittelt. Nicht zuletzt sollen die Teilnehmer ihr Leben mit einem gesteigerten Selbstwertgefühl in Angriff nehmen können.
Von der Wirksamkeit des Projekts überzeugt, ist auch EcoSolidar, eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Basel. Seit 2010 wird das Zirkus-Idee von der Schweiz aus unterstützt. «Da der regelmässige Schulbesuch Bedingung ist, um im Circo Fantazztico berücksichtigt zu werden, wird die persönliche Entwicklung der Kinder gewährleistet. Einige der ersten Jugendlichen, die zur Gründungszeit in den Zirkus aufgenommen wurden, studieren heute!», sagt Isa Augustin von EcoSolidar.

Support bekommt der Zirkus auch von der renommierten Clownin Gardi Hutter. Sie lernte den Circo Fantazztico 2011 in Arlesheim kennen, als er zum ersten Mal im Birseck gastierte. Die Schweizer Künstlerin ist ein langjähriges Mitglied von EcoSolidar und unterstützte die «Fantazzticos» mit einem Gastauftritt. Im August 2012 gab sie den jungen Artisten während ihrer Lateinamerika-Tournee einen kostenlosen Workshop in Clownerie und trat erneut im Circo auf. Auf der Homepage von EcoSolidar äussert sie sich begeistert: «Spektakulär, was die Kinder und Jugendlichen zeigen: Akrobatik am Boden oder am Trapez; sensationell, wie sie sich gegenseitig stützen und auffangen. Wenn sozial gefährdete Menschen sich so entwickeln können, dann ist das schlichtweg fantastisch.»


Europatournee mit Station in Aesch

Diesen Samstag, 19 Uhr, und Sonntag, 17 Uhr, stellt der Circo Fantazztico im Rahmen seiner Europatournee sein Zelt bei der Rudolf Steiner Schule Birseck in Aesch auf. 16 Artisten und fünf Musiker sorgen für eine abwechslungsreiche Vorstellung, die traditionelle und moderne Zirkuselemente sowie Tanz und Theater umfasst. Ausserdem bietet eine Fotoausstellung von Christian Jäggi die Möglichkeit, einzelne Artisten etwas besser kennen zu lernen. Der in der Region bekannte Fotograf kam ebenfalls in Arlesheim zum ersten Mal in Kontakt mit dem Circo Fantazztico. Im Anschluss reiste er nach Costa Rica und porträtierte dort die Kinder und Jugendlichen im Trainingscenter wie auch in ihrem familiären und schulischen Umfeld.

Für die jungen Artisten wäre es natürlich «fantazztico» wenn die Vorstellungen vor vollen Rängen stattfinden würden. Die Eintrittskarten sind gratis und können bis spätestens Freitagnachmittag um 18 Uhr über www.ecosolidar.ch bestellt werden. Die Buchung wird mit einem E-Mail bestätigt. Wem dies zeitlich nicht mehr möglich ist, kann direkt vor Ort sein Glück versuchen und noch eine Eintrittskarte ergattern.

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