Bienenlehrpfad Aesch-Pfeffingen: Die Pforte bleibt offen

Der Bienenlehrpfad Aesch-Pfeffingen soll trotz Vandalismus nicht verriegelt werden. Imker Harald Burger hat eine andere Idee, wie er das idyllische Plätzchen vor nächtlichen Partys schützen will.

Lädt zum Verweilen ein: Auf dem Rundgang durchläuft man verschiedene Posten und kommt aus dem Staunen über die
Lädt zum Verweilen ein: Auf dem Rundgang durchläuft man verschiedene Posten und kommt aus dem Staunen über die

Danke für diesen schönen Ort» – in den letzten vier Jahren konnte sich Imker Harald Burger immer wieder über solche positiven Rückmeldungen von Passanten und Schulklassen freuen, die den Bienenlehrpfad von Aesch-Pfeffingen entdecken und aus dem dortigen Wissen schöpfen durften. Der Bienenlehrpfad ist jederzeit öffentlich zugänglich, das idyllische Plätzchen mit herrlicher Aussicht und Sitzbank lädt zum Verweilen ein. Für die Benutzung der Feuerstelle benötigt es aber eine Voranmeldung. Und die hatten die ungebetenen Gäste, welche vor kurzem bei einer nächtlichen Party einen Sachschaden hinterliessen, natürlich nicht eingeholt. Burger blieb auf dem Schaden sitzen, die Übeltäter konnten noch nicht ermittelt werden, Hinweise aus der Bevölkerung sind willkommen. Trotzdem will Burger davon absehen, die Zutrittsmöglichkeiten zu beschränken. «Ich hoffe, dass dieser Vorfall die Ausnahme bleibt», sagt er. Allerdings hat er beschlossen, in Zukunft auf die Möglichkeiten einer Videoüberwachung zu setzen.


Besser als ein Flugzeug
Entlang des Bienenlehrpfads durchläuft man verschiedene Posten und kommt aus dem Staunen nicht heraus: «Die Biene ist ein Tier der Superlative, besser als ein hochmodernes Flugzeug», erfährt man auf dem Parcours, der als Fragespiel aufgebaut ist. Mit dem hinteren Flügelpaar beschleunigt die Biene auf rund 35 Kilometer pro Stunde. Der Pollen wird an den Beinen an spezielle Borsten geheftet. Es gibt sogar eine «Ladungssicherung» wegen der hohen Beschleunigung. Am vordersten Bein hat es Vertiefungen, welche scharf wie Rasierklingen sind. Damit kann die Biene ihre Flügel nachschärfen, wenn diese etwas ausgefranst sind. Sie putzt damit auch die Fühler und die Augen. Die Biene hat eine Art GPS-Gerät, einen Kompass, einen Geschwindigkeitsmesser und ein Strömungsabrissmessgerät dabei. Infotafeln, Spiele und ein Wettbewerb machen Lust auf das Wissen rund um die Biene und zeigen auf, was man im eigenen Garten für die wertvollen Wesen tun kann und welchen Schaden Pestizide anrichten.


Führungen möglich
Der Bienenlehrpfad war mitgestaltet worden von Schülern der Primarschule Aesch. Er soll das Bewusstsein, wie wertvoll die Biene für die Menschen ist, schärfen. «Die Honigbiene ist wegen der Bestäubungsleistung im Obst- und Getreidebau in Europa das drittwichtigste Nutztier», so Burger. In Geld ausgedrückt: «Ein Bienenvolk erwirtschaftet in einem Jahr Honig für 250 Franken und der Wert der Bestäubungsarbeit (Verkauf der Früchte) liegt bei 1000 Franken. Wenn man dies auf die Schweiz mit der Anzahl Bienenvölkern hochrechnet, erzielen die Bienen eine Wirtschaftsleistung von rund 300 Millionen Franken pro Jahr.» Honigbienen müssen für ein Kilogramm Honig bis fünf Millionen Blüten anfliegen. 60 000 Flüge von Blüte zu Bienenstock werden erbracht. Der Zuckersaft kommt anschliessend zur Lagerung in die Waben und wird von den Bienen mit einem Wachsdeckel versiegelt.
Gegen Voranmeldung sind Führungen durch den Bienenlehrpfad möglich.

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