Biene Maja, Udo Jürgens und Wickie: «Legenden» am Jahreskonzert

Am Samstag gab der Musikverein Aesch unter Noah Eiermann nach drei Jahren wieder ein ­Jahreskonzert. Das Motto des Abends war «Legenden». Karin Buchwalder erzählte zur Musik eine aus­geschmückte Sage.

Ende gut – alles gut: Dirigent Eiermann kann auf den Musikverein stolz sein. Foto: Thomas Brunnschweiler
Ende gut – alles gut: Dirigent Eiermann kann auf den Musikverein stolz sein. Foto: Thomas Brunnschweiler

Es war eine gute, zündende Idee, die einzelnen Programmteile an einer Geschichte aufzuhängen. Jelscha Hofer hatte die Sage «Die weisse Jungfrau vom Tschöpperli» und die Historie von Konrad I. Schaler von Frohberg verknüpft und zu einer veritablen und abwechslungsreichen Weltreisestory weitergesponnen. Diese erweiterte Sage wirkte teilweise etwas konstruiert und surreal. Das wurde aber durch den lebendigen Vortrag von Karin Buchwalder wettgemacht. Sie erzählte mit Witz und Elan. Die Jungfrau Marie von Schalberg wird in die Burg Frohberg gebracht, damit sie dort vor allem Bösen beschützt ist. Doch das Fernweh packt die adlige Dame. Sie flieht in den Kluser Wald und verirrt sich. Ein Waldkauz gibt sich als Freund zu erkennen. Plötzlich steht sie in einem Eichenhain, wo ihr ein schöner junger Mann mit Pfeil und Bogen entgegentritt. Sie erleben manches Abenteuer, wobei Robin durch einen Fluch zum Monster wird. Nach ihrer Heimkehr ist Maries Vater Konrad entsetzt über den hundeähnlichen Robin. Marie wendet sich von ihrem kaltherzigen Erzeuger ab. Sie und ihr unterdessen zum Hund verwandelter Freund ziehen sich in den Wald zurück. «No hütt geischtere die beide dört umme, aber was soll’s – loss es stoo!» Das ist das Zeichen für das Schlussstück «Let It Be».

Breites Programmspektrum

Die Musik zur Geschichte teils dramatisch, teils mitreissend quecksilbrig-fröhlich. Zu Beginn intonierte der Musikverein unter dem präzisen Dirigat von Noah Eiermann «Also sprach Zarathustra», eine sinfonische Dichtung von Richard Strauss aus dem Jahre 1896. Hier kamen insbesondere die Euphonien, Bässe und Waldhörner zum Zug. Auch die Melodie von Udo Jürgens’ Lied «Ich war noch niemals in New York» erntete grossen Beifall. Das Stück «Sherwood» – in Anknüpfung an den Film «Robin Hood» – wusste auch dank des starken Klarinettenregisters zu überzeugen. «Over The Rainbow», ein Lied, das Judy Garland im Film «Der Zauberer von Oz» zum Besten gab, versetzte das Publikum in eine Märchenwelt. Die Seeräubergeschichte wurde vom schmissigen «Wickie-Medley» illustriert. Nach der Pause trat der Musikverein in bunten Kostümen auf, die zur Geschichte passten. Es folgte die Titelmelodie von «Winnetou», und man erinnerte sich an erste Kinobesuche. Nach der Rückkehr in die Heimat wurde zum Gaudi aller die «Heidi»-Melodie angestimmt.

Nach den Danksagungen kredenzte der Musikverein als musikalischen Absacker noch die Titelmelodien von «Biene Maja» und «Pippi Langstrumpf». Riesiger Applaus. Insgesamt wusste der Musikverein Aesch durch einen satten, aber differenzierten Gesamtklang zu gefallen, wobei die akustische Brillanz nicht zu kurz kam.

In der Pause sagte Dirigent Noah Eiermann: «Wir sind mitgliedermässig etwas limitiert, aber das Niveau der Einzelnen ist hoch.» Für alle musikalisch geschulten Jugendlichen ist der Eintritt in den MV Aesch eine lohnenswerte Herausforderung.

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