Ausgetickt

Am letzten Freitag ging im Aescher Heimatmuseum die Sonderausstellung Wanduhren zu Ende. Kurator Peter Nebel zieht ein durchweg positives Fazit.

Inzwischen Experte: Kurator Peter Nebel (links) erklärt einem Besucher, wie er seine Uhr besser einstellen kann.  Axel Mannigel
Inzwischen Experte: Kurator Peter Nebel (links) erklärt einem Besucher, wie er seine Uhr besser einstellen kann. Axel Mannigel

Über acht Monate sind seit der Vernissage am 19. Oktober 2018 vergangen und eigentlich hätte die Ausstellung mit den Wanduhren der Grosswanduhrenfabrik Angenstein schon längst abgeschlossen sein sollen. Doch das Interesse und der Andrang waren so gross, dass sich Kurator Peter Nebel, zugleich Stiftungsratspräsident des Aescher Heimatmuseums, sozusagen gezwungen sah, die Ausstellung bis Ende Juni zu verlängern. «Jetzt brauche ich erst mal eine Pause», erzählt Nebel lachend. Im Durchschnitt war er zweimal pro Tag an der Ausstellung anwesend, machte zweimal pro Woche eine Führung und beantwortete die vielen interessierten Fragen. Eine dieser Fragen war die nach dem Ursprung der Ausstellung: Wie kommt jemand auf die Idee, Wanduhren auszustellen? «Bei unseren Sitzungen des Bürgerrats fiel mein Blick immer auf die Uhr im Sitzungszimmer», erzählte Nebel. Diese ist eine Angensteiner Uhr und wie es manchmal so kommt im Leben, war Nebels Interesse geweckt. Das war vor rund vier Jahren. Nebel machte sich daraufhin auf die Suche und trug mehr und mehr Uhren zusammen – und das bis zuletzt, denn eine bekam er noch vor einem Monat. Am Schluss konnte er 17 Angensteiner Uhren ausstellen: eine tickende und klingende Gesamtschau.

Faszinierende Vergangenheit

Die Finissage der Ausstellung war letzten Freitag für 18.30 Uhr angesetzt und pünktlich um diese Zeit liessen die Uhren ihre unterschiedlichen Gongs hören. Nebel hatte sie alle etwas zeitversetzt eingestellt, dass nicht alle gleichzeitig «lostönten». Die anwesenden Besucherinnen und Besucher, eine kleine Gruppe hatte sich eingefunden, waren durchweg von der Qualität begeistert. «Dass solche Uhren mit ausgeklügelter Mechanik, ein bisschen Öl und Pflege auch heute noch laufen, teilweise mit einer Ganggenauigkeit von wenigen Sekunden pro Tag, ist faszinierend», schwärmte ein Besucher. Mit dieser Begeisterung war er nicht allein. Nebel erzählte zufrieden von den vielen Menschen, die die Ausstellung besucht haben. «Früher hatte fast jeder Haushalt solch eine Wanduhr, ob jetzt Angensteiner oder nicht», meinte eine Besucherin. Die Uhren seien ein beliebtes Hochzeitsgeschenk gewesen. Neben den Uhren aus Angensteiner Produktion hingen im Heimatmuseum noch weitere Wanduhren, hauptsächlich aus dem deutschen Lenzkirch. Diese wurden und werden vom Pensionär Werner Wassermann gesammelt, dessen Leidenschaft mit 22 Jahren begann, als er eine Uhr sah, die ihn an seine Grossmutter erinnerte. – Inzwischen war es 19 Uhr geworden und die Ausstellung verabschiedete sich nach über acht Monaten mit einem wohlklingenden Konzert, bevor sie still weitertickte.

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