Attraktive Busverbindungen für Aesch Nord gefordert

Per Postulat im Landrat möchte Jan Kirchmayr (SP) die Buslinien 62 und 68 abändern, damit das Gewerbegebiet Aesch Nord besser erschlossen wird. Die Gemeinde unterstützt ihn.

Soll auch Aesch Nord bedienen: Der 68er-Bus im Löhrenacker.  Foto: Tobias Gfeller
Soll auch Aesch Nord bedienen: Der 68er-Bus im Löhrenacker. Foto: Tobias Gfeller

Das Gewerbegebiet Aesch Nord ist noch längst nicht fertig entwickelt. Vor allem in Richtung Westen wird sich das Gebiet mit Unternehmen und Wohnbauten weiter ausdehnen. Um als Wohn- und Arbeitsort möglichst attraktiv zu sein, brauche es einen zusätzlichen öV-Anschluss, findet der Aescher Landrat Jan Kirchmayr (SP). Dafür sei keine neue Buslinie nötig, erklärt er im Detail. «Es müssten lediglich die Linienführungen der Buslinien 62 und 68 so verändert werden, dass beide durch das Gewerbegebiet Aesch Nord fahren.» Die Linie 62 vom Bahnhof Aesch durchs Dorf, via das Neumattschulhaus über den Löhren-acker und Aesch Nord nach Reinach und Allschwil. Der 68er von Ettingen durch Aesch Nord, das Gewerbegebiet Kägen in Reinach zum Bahnhof Dornach-Arlesheim. «Damit würden die beiden wichtigsten Gewerbegebiete im Birseck miteinander verbunden», betont Kirchmayr.

Mit den neuen Linienführungen entstünden zwei neue Haltestellen: Aesch Nord und Löhrenacker Ost. Alle bisherigen Haltestellen, allen voran die Schulhäuser Neumatt und Schützenhaus, würden weiterhin angefahren, stellt Jan Kirchmayr klar. Alle anderen Buslinien bleiben unberührt. Der SP-Landrat sieht die Pläne bisher nur als Vorschlag. Nun obliege es dem Kanton, diese zu studieren und womöglich Alternativen aufzuzeigen. Im Postulat fordert er den Regierungsrat konkret auf, sich Gedanken über eine bessere Erschliessung von Aesch Nord zu machen, um das Gewerbegebiet mit den Bahnhöfen Aesch und Dornach-Arlesheim zu verbinden. Bereits im Dezember 2018 soll dafür der Probebetrieb gestartet werden.


Mehr als 300 Meter entfernt

Die künftigen Entwicklungspläne der Gemeinde in Zusammenarbeit mit einem Arealentwickler machen eine bessere Erschliessung von Aesch Nord nötig. Ein vom Landrat verabschiedetes Angebotsdekret fordert, dass neue Arbeitsplätze und Wohnungen ab einer gewissen Grösse nicht mehr als 300 Meter vom öffentlichen Verkehr entfernt sein dürfen und deshalb mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen werden müssen. Bei der Ausdehnung von Aesch Nord wäre dies nicht mehr der Fall. «Die Tramhaltestelle Arlesheimerstrasse ist knapp mehr als 300 Meter entfernt», rechnet Jan Kirchmayr vor.


Gemeinde Aesch macht mit

Die Idee der besseren Erschliessung von Aesch Nord ist nicht neu. Bereits vor einem halben Jahr legte die Gemeinde beim Kanton ein mögliches Konzept vor. Die Idee der neuen Linienführungen kommt demnach auch von der Gemeinde. Gemeindepräsidentin Marianne Hollinger (FDP) hat als Landrätin den Vorstoss mitunterzeichnet und sieht die neuen Buslinien als dringend notwendig. «Der direkte Anschluss von Aesch Nord mit dem Bahnhof Aesch ist wichtig. Das macht die Arbeitsplätze und den Wohnraum in Aesch Nord noch attraktiver.» Würde die 300 Meter Regelung nicht eingehalten, könnte dies die Weiterentwicklung von Aesch Nord gefährden, warnt Hollinger.


Viel Wirkung für wenig Geld

Für den motorisierten Individualverkehr wird mit dem Durchstich das Gewerbegebiet einfach und bequem von der Autobahn H18 aus erreichbar sein. Ein Ausbau des öffentlichen Verkehrs entlaste auch die Strassen, sagt Hollinger. «Das eine bedingt das andere, um als Gebiet und Gemeinde im Gesamten attraktiv zu sein.» Das Postulat mitunterzeichnet haben auch der Pfeffinger SVP-Landrat Martin Karrer und Klaus Kirchmayr (Grüne). Marianne Hollinger kann den Vorschlägen auch als Bürgerliche sehr viel abgewinnen. «Wir erhalten für wenig Geld sehr viel Wirkung.» Denn die Buslinien würden gemäss Vorschlag nur wenige Kilometer länger. Als Investition wären nur drei neue Haltestellen nötig. Dafür hat die Gemeinde bereits im Finanzplan Geld vorgesehen.

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