Angst vor dem langen Fussball-Lockdown

Kurz vor Beginn der Winterpause blickt FC-Aesch-Präsident Andrea Marescalchi auf ein schwieriges Fussballjahr zurück.

Jetzt sind Alternativen gefragt: Seit dem 11. November ist das Fussballspielen für Jugendliche ab 12 Jahren Corona-bedingt verboten.  Foto: WOB Archiv
Jetzt sind Alternativen gefragt: Seit dem 11. November ist das Fussballspielen für Jugendliche ab 12 Jahren Corona-bedingt verboten. Foto: WOB Archiv

Seit dem 11. November gelten im Kanton Baselland verschärfte Regeln im Jugendsport: Aufgrund vorgekommener Infektionen sind Kontaktsportarten, zu denen auch Fussball gehört, bereits ab zwölf Jahren verboten. Auf Bundesebene gilt das Verbot erst ab 16 Jahren. Für die jungen Fussballerinnen und Fussballer beim FC Aesch war dies ein herber Schlag, erinnert sich Vereinspräsident Andrea Marescalchi. Die Rückmeldungen der Spielerinnen und Spieler sowie der Eltern seien grundsätzlich aber positiv gewesen. Verständnis war da. Viele Eltern würden sich jedoch Sorgen machen, dass ihre Kinder den für sie wichtigen Sport nicht betreiben könnten und auch sonst nur wenige Alternativen als Freizeitbeschäftigung hätten.


Keine Abgänge beim Trainerstab
Noch bis zum 11. Dezember dürfen die F- und G-Juniorinnen/-Junioren weitertrainieren. Die Winterpause beginnt für sie in diesem Jahr etwas früher als sonst. Damit endet für den FC Aesch ein Jahr mit vielen Herausforderungen, von denen sämtliche Vereine des Mannschaftssports ein Lied singen können. Ein länger andauerndes Sportverbot wäre vor allem für 14- bis 18-Jährige «eine Katastrophe», warnt Andrea Marescalchi. «Sie suchen und finden in einem Verein ihren Ausgleich. Wenn diese Anlaufstelle fehlt, dann treffen sie sich entweder auf der Strasse oder sie ziehen sich in ihre Computerwelt zurück. Der Sport hat auch soziale Aufgaben zu meistern.» Der FCA-Präsident befürchtet, dass es sich auf das Verhalten der Jugend auswirken wird, wenn der Sport als Anlaufstelle verloren geht.

Angst, dass Juniorinnen und Junioren plötzlich merken, dass ihnen der Fussball vielleicht doch nicht so fehlt, wie sie dies zu Beginn des Sportverbots dachten, hat Marescalchi nicht. Auch bei den Trainerinnen und Trainern habe der FCA in diesem schwierigen Jahr keine Abgänge zu verzeichnen. Die Treue und die Begeisterung für das Hobby seien noch immer da. Alle 44 Trainerinnen und Trainer hätten sogar im ersten Semester des Jahres auf ihr Honorar verzichtet. «Im Einzelfall ist das vielleicht nicht viel, für uns als Verein aber ein grosser Brocken.»

Es fehlen noch immer Kabinen
In der Krise profitiert der FC Aesch vom Fundament, das in den letzten Jahren gelegt wurde. Dabei wurde der Fokus sportlich vermehrt auf die Ausbildung der Fussballerinnen und Fussballer gelegt und nicht mit aller Kraft versucht, die erste Mannschaft in der 2. Liga interregional zu halten. Die Früchte dieser Arbeit ernte man nun in der spürbaren und auch messbaren Verbesserung der Juniorenteams. Ein Problem, das den ganzen Verein betrifft, stelle aber nach wie vor die mangelhafte Situation mit den Umziehkabinen dar, klagt Andrea Marescalchi. «Wir benötigen dringend Kabinen. Die Provisorien sind eben nur Provisorien.» Der FCA-Präsident hofft nun auf das Sport- und Kulturzentrum, den «Dom». Dieser werde das Kabinenproblem jedoch kurzfristig auch nicht lösen können.

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