Aesch lockt mit Akkordeonklängen

Dieses Wochenende findet das «Akkordeonfest Aesch 14» statt. Hier messen sich einerseits die Akkordeonvereine der Nordwestschweiz, anderseits wird zu einem Fest mit den «Jungen Zillertalern» geladen.

Erlebt ein Revival: Am Samstag steigt das grosse Akkordeonfest in der Löhrenackerhalle.  Foto: Thomas Brunnschweiler
Erlebt ein Revival: Am Samstag steigt das grosse Akkordeonfest in der Löhrenackerhalle. Foto: Thomas Brunnschweiler

Thomas Brunnschweiler

Was kommt Ihnen beim Wort «Akkordeon» in den Sinn? Das Schifferklavier? Die Quetschkommode? Oder sind Sie schon auf dem neusten Stand? Dann haben Sie bestimmt Michel Telós weltweiten Gassenhauer «Ai se eu te pego!» aus dem Jahr 2012 noch im Ohr. Und Sie wissen auch, dass der Schweizer Mundartrapper Bligg das Akkordeon auf vielen seiner Hits einsetzt. Das Instrument, das wir mit argentinischem Tango, Pariser Chansons und russischen Strassenmusikern in Verbindung bringen, ist quietschlebendig, und zwar auf der ganzen Welt.

Ob als Bandoneon, als schottisches oder französisches Akkordeon, als Schwyzerörgeli oder als Wiener Harmonika – überall lässt sich dieses Instrument einsetzen, das zu den selbstklingenden Unterbrechungs-Aerophonen mit freischwingenden, durchschlagenden Zungen gehört – wie das Lexikon präzise zu berichten weiss. Der riesige Vorteil gegenüber einem Klavier, einer Orgel oder einem Keyboard besteht beim Akkordeon jedoch darin, dass sich das ebenfalls mehrstimmig spielbare Instrument leicht transportieren lässt.

Drei fesche Buam aus Österreich
Vom Freitagabend bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags ist Aesch fest in den Händen des Akkordeonspiels und seiner Freundinnen und Freunde. Nach einem Risotto-Plausch im Gasthof Mühle am Freitagabend spielt das Akkordeon Orchester Aesch & Friends, gefolgt von einer Tanzparty. Am Samstag gilt es dann für die Akkordeon-Vereine ernst. Sie messen sich in Wettspielen in der Schulanlage Neumatt. Mit einem gemeinsamen Auftritt des Akkordeon Orchesters Aesch, der Jugendmusikschule und dem Jugendorchester «No Limits» um 16.30 Uhr wird in der Mehrzweckhalle Löhrenacker der Festbetrieb aufgenommen.

Um 20 Uhr spielen die Schlösslischränzer Aesch, die dann von den «Juzis», den Jungen Zillertalern abgelöst werden, frei nach deren Motto: «Gangnam Style war gestern, heute gilt der Bauerntanz». Die drei sich stets neu erfindenden Musiker, die den österreichischen Musikpreis «Amadeus» gewonnen haben, werden vier Stunden für Unterhaltung sorgen. Einmal mehr liegt die Verantwortung für die Unterhaltung in den bewährten Händen von Franco D’Elia.

Akkordeonspiel: Eine Aescher Tradition
Laut Andreas Kirschner, dem Leiter der Musikschule Aesch, ist das Akkordeon nach einer Zeit der Flaute wieder am Kommen. Daran seien nicht zuletzt die Hits in den Medien schuld, in denen das Akkordeon wieder eine bedeutende Rolle spiele. Viele der heute noch Aktiven sind noch bei Ruedi Dahinden in die Schule gegangen. Heute vermag Rudi Meier, Akkordeonlehrer und Dirigent des Akkordeon Orchesters Aesch, die Jungen für das Akkordeon zu begeistern. «Es ist ein volksnahes Instrument», erklärt Kirschner, «und es hat in Aesch eine lange Tradition. Das Akkordeon Orchester organisiert immer tolle Anlässe und schafft wichtige Synergien.» Das Orchester ist einer der 22 Vereine im Verband Akkordeon Schweiz Nordwestschweiz. Dafür, dass das Aescher OK diesen Grossanlass gestemmt hat, wünscht man ihm auch viele Gäste.

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