«Es muss nicht erst etwas passieren, bis gehandelt wird»

782 Personen haben die Petition von Nadim Ismail unterschrieben, mit der der SP-Landrat einen sicheren Übergang beim Pfeffingerring fordert.

Zeigt, wo ein Fussgängerstreifen fehlt: der Pfeffinger Landrat Nadim Ismail. Foto: Archiv / Nicole NArs-Zimmer

Das Thema beschäftigt Physiotherapeut Nadim Ismail seit Jahren. Er hat seine Praxis im Gebiet Langenhag und beobachtet die Situation am Pfeffingerring für Fussgängerinnen und Fussgänger schon länger mit Sorgen. «Zwischen Kreisel Pfeffingerring/Arlesheimerstrasse und der Unterführung bei der Landskronstrasse fehlt eine sichere Querung des Pfeffingerrings. Speziell im Herbst, mit der frühen Dunkelheit und der gegebenen Strassenbeleuchtung, ist die Situation wirklich gefährlich.» Mit einer Petition möchte Ismail den Druck auf den Regierungsrat und den Landrat erhöhen, endlich Massnahmen zu ergreifen. Wie diese im Konkreten aussehen, lässt er offen. «Natürlich könnte ein Fussgängerstreifen am schnellsten Wirkung erzielen und wäre wohl auch die günstigste Variante. Aber ich bin offen für Ideen. Wichtig ist primär, dass es mehr Sicherheit bringt und eben auch schnell geht.»

Gemäss Ismail hat sich die Gefährlichkeit des Übergangs mit der Entwicklung des Industriegebietes Langenhag, der Bevölkerungszunahme und dem neu ­eröffneten Vollanschluss akzentuiert. Aufgrund der unüblich hohen Trottoirränder sei die Überquerung des Pfeffingerrings an dieser Stelle gerade für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Kindern mit kurzen Beinen eine Herausforderung. Der Pfeffinger SP-Landrat ist sich dessen bewusst, dass es mit dem Fussgängerstreifen beim Kreisel und bei der Unterführung zwei Möglichkeiten zur sicheren Querung gibt. «Doch die geforderten Distanzen sind für Kinder, ältere Menschen und solche mit Mobilitätseinschränkungen nicht zumutbar, denn wir sprechen hier von einem zusätzlichen Umweg von etwa einem Kilometer.» Weil es am Pfeffingerring auf der Seite der Sportanlage Löhrenacker kein Trottoir hat, müssten Fussgängerinnen und Fussgänger, die ins Gebiet Langenhag möchten, einen Umweg via Mehrzweckhalle und Mergelweg respektive Naturstrasse nehmen. Zudem gebe es Menschen, die ein Unbehagen vor Unterführungen haben, gibt Ismail zu bedenken.

Kanton will abwarten

Das Industriegebiet Langenhag zieht mit dem Trainings- und Gesundheitszentrum, einer Kampfsportschule, einem Indoorspielplatz und eben der Physiotherapie viele Menschen an. Für den Kanton Basel-Landschaft war die Fussgängerfrequenz an dieser Stelle vor ­wenigen Jahren noch zu tief, als Ismail wegen eines sicheren Übergangs bei der Verkehrspolizei angefragt hatte. Auch der Aescher Gemeinderat, der in globo die Petition unterschrieben hatte, fragte schon beim Kanton nach.

Zu den Unterstützern von Ismail gehört auch die Mieterschaft des Pfeffinger-rings 201. Auch der Besitzer des Trainingszentrums erhielt im vergangenen Jahr eine negative Antwort vom Kanton. «Es hiess, man wolle zuerst die neue Busverbindung und den Standort der geplanten Haltestelle abwarten», erzählt Ismail. Er halte diese Antwort für eine «typische Antwort der Behörden». Die Busverbindung kommt frühestens 2026. «Schon jetzt ist klar, dass die Haltestelle nicht dort hinkommt, wo eine sichere Fahrbahnüberquerung am sinnvollsten wäre.»

Ismail habe beim Unterschriftensammeln gespürt, dass seine Forderung auf grosse Resonanz stosse. «Es unterschrieben Menschen, die in der Nähe wohnen, und solche, die dort Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Es gab auch viele ­Spaziergängerinnen und Spaziergänger, die mir sagten, dass sie sich schon lange einen sicheren Übergang wünschten.» Für Nadim Ismail ist klar: «Es muss nicht erst etwas passieren, bis gehandelt wird.»

Der SP-Landrat fordert mit seiner Petition neben dem sicheren Übergang für Fussgängerinnen und Fussgänger auch eine sichere Anbindung des Gebiets Langenhag für Velofahrerinnen und ­Velofahrer. «Es gibt Leute, die auf dem Trottoir fahren, weil sie sich auf dem Pfeffingerring nicht wohl fühlen, weil ein Velostreifen fehlt.»

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