Die Mitte wittert ihre Chance

Bei den Aescher Gemeinderatswahlen kommt es wohl zum Duell FDP gegen die Mitte. Urs David greift den frei werdenden Sitz der FDP an.

Auf den ersten Blick versprechen die ­Aescher Gemeinderatswahlen vor allem Kontinuität. Spannend dürfte es trotzdem werden. Denn Die Mitte wittert ihre Chance, zwölf Jahre nach der herben Niederlage nach einem gehässig geführten Wahlkampf – Stichwort Heckenstreit – wieder zu zweit im Gemeinderat vertreten zu sein. Gelingen soll dies mit Urs David, der seit Jahren in der Aescher Gemeindepolitik aktiv ist. Zurzeit ist er Mitglied der Rechnungsprüfungskommission. «Als Urs David sein Interesse bekundet und es bei der FDP einen Rücktritt gegeben hat, haben wir unsere Chance gewittert», verrät Jacqueline Blatter, Präsidentin der Mitte Aesch-Pfeffingen.

Urs David ist Inhaber einer eigenen Treuhandfirma in Aesch, Präsident der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Aesch-Pfeffingen, Mitglied der Zunft zu Wein- und Herbergsleuten und war zehn Jahre lang im Vorstand des FC Aesch engagiert. «Ich kenne die Gemeinde sehr gut», betont David. Er kandidierte einst für die CVP für den Aescher Gemeinderat, als dieser noch im Proporzsystem gewählt wurde. Als eine seiner Stärken bezeichnet Urs David die Finanzpolitik, in der er sich aus beruflichen Gründen und aufgrund seiner Tätigkeit in der Rechnungsprüfungskommission gut auskenne. «Ich kann dabei helfen, das Maximum aus dem herauszuholen, was ­finanziell da ist.» Dies habe er mit der Sanierung der Finanzen der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde bewiesen. Dieses Wissen sei in der aktuell angespannten Finanzlage mit anstehenden Grossinvestitionen hilfreich. Urs David kritisiert, dass man nicht merke, dass der Aescher Gemeinderat bürgerlich sei.

Parallelen zwischen den Kandidaten

Die FDP will den Sitz des nach nur einer Legislaturperiode zurücktretenden Stephan Preiswerk mit Lukas Ritschard verteidigen. Er hat wie sein Konkurrent Urs David Jahrgang 1968. Ritschard ist von Beruf Maschinenbautechniker und aktuell Leiter Produktmanagement bei der BWT Aqua AG in Aesch. Ritschard ist Mitglied der Finanzplanungskommission, wie Urs David bei der Zunft zu Wein- und Herbergsleuten und Mitglied beim Organisationskomitee für das Sommerfest der evangelisch-reformierten Kirche Aesch. Privat gibt es also Parallelen zwischen den beiden Kandidaten der Mitte und der FDP. Auf der Website der FDP Aesch bezeichnet sich Lukas Ritschard selbst als «Macher», der sich für eine erfolgreiche Aescher Zukunft einsetze. Er möchte ­etwas für Aesch bewegen, antwortet er auf die Frage, inwiefern er denn ein «Macher» sei. Als Beispiel nennt Ritschard den Dorfkern, den Aesch gerne neu gestalten würde. Es brauche dafür pragmatische Ansätze, die finanziell machbar seien, betont der FDP-Kandidat. Dafür sei er der Richtige. Er bringe viel Erfahrung in Sachen Bauplanung mit und könne von seinem grossen Netzwerk profitieren. Unter anderem war Ritschard für die Gestaltung und Bauplanung des Spielplatzes bei der evangelisch-reformierten Kirche verantwortlich.

Sechs von sieben Bisherigen treten wieder an

Bis auf Stephan Preiswerk treten alle amtierenden Gemeinderätinnen und Gemeinderäte am 3. März zur Wiederwahl an. Bei der SP sind dies Gemeindepräsidentin Eveline Sprecher und Gemeinderätin Christine Koch, bei der FDP Stephan Hohl und Brigitte Vogel Lancashire, bei der SVP Andreas Spindler und bei der Mitte Monika Fanti. Weil sich niemand der Bisherigen gröbere Schnitzer geleistet und nicht speziell in der Kritik gestanden hat, ist davon auszugehen, dass sämtliche Bisherige wiedergewählt werden. Eveline Sprecher sitzt als Gemeindepräsidentin fest im Sattel.

Die politische Stossrichtung des ­Aescher Gemeinderats hängt nicht vom Duell Urs David gegen Lukas Ritschard ab. Für die Stärkeverhältnisse innerhalb des bürgerlichen Blocks ist das Duell aber von Bedeutung.

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