Thierstein erhält eigenen Rettungswagen

Die Solothurner Spitäler AG hat bei der Sanität die Leistungsvereinbarung mit dem Kantonsspital Baselland gekündigt und setzt in Zukunft nicht nur im Dorneck, sondern auch im Thierstein auf die Rettungsdienste Nordwestschweiz AG.

Bisher war das Kantonsspital Baselland für die Sanität im Thierstein zuständig: FDP Kantonsrat David Häner (r.) hat Solothurn um Änderungen gebeten. Ab Januar geht der Auftrag an die Rettungsdienste Nordwestschweiz AG. Geschäftsführer Kai-Simo
Bisher war das Kantonsspital Baselland für die Sanität im Thierstein zuständig: FDP Kantonsrat David Häner (r.) hat Solothurn um Änderungen gebeten. Ab Januar geht der Auftrag an die Rettungsdienste Nordwestschweiz AG. Geschäftsführer Kai-Simon Roloff (l.) evaluiert nun einen Standort für den Rettungswagen in oder um Breitenbach. Foto: Bea Asper

«Manchmal geht es schneller, als man denkt», resümiert der Breitenbacher FDP-Kantonsrat David Häner. Er hat im Verlauf des letzten Jahres mit Anfragen Solothurn aufgefordert, beim Rettungsdienst für den Bezirk Thierstein genauer hinzuschauen. Die Hilfsfristen würden nämlich nicht, wie vom Departement des Innern behauptet, selten, sondern oft nicht eingehalten. «Vom Notruf bis zum Eintreffen der Sanität verstreicht zu viel wertvolle Zeit», meinte Häner und griff zum politischen Mittel des Auftrags. Die Solothurner Regierung sollte handeln. Seiner Meinung nach fällt die heutige Vereinbarung mit dem Kantonsspital Baselland nicht zugunsten des Bezirks Thierstein aus. «Dass der Region Laufental/ Thierstein nur ein Rettungswagen zur Verfügung steht, ist unzureichend», monierte Häner. «Ausserdem macht es nach der Schliessung des Spitals Laufen keinen Sinn, dass die Zuständigkeit des Rettungsdienstes für den Thierstein beim Kantonsspital in Liestal liegt.» Häner forderte Solothurn auf, in den Verhandlungen mit Baselland die Bezirke Laufental, Thierstein, Dorneck und Arlesheim als zusammenhängende Region zu verstehen und grenzüberschreitend eine Lösung zu finden. «Für den Dorneck hat die Solothurner Spitäler AG bereits heute eine Leistungsvereinbarung mit der Rettungsdienste Nordwestschweiz AG, die ihren Stützpunkt in Reinach hat», gab Häner zu bedenken. Die Unternehmung hat ihre Wurzeln in Dornach und hiess früher Käch.

Während sich Häners Auftrag im Solothurner Rathaus noch in Bearbeitung befindet, hat die Solothurner Spitäler AG schon gehandelt. Sie hat die Leistungsvereinbarung mit dem Kantonsspital Baselland auf Ende dieses Jahres gekündigt und mit der Rettungsdienste Nordwestschweiz AG eine neue Vereinbarung für den Thierstein abgeschlossen. «Der Vertrag wurde letzte Woche unter­zeichnet», bestätigt Kai-Simon Roloff, Geschäftsführer der Rettungsdienste Nordwestschweiz AG auf Anfrage. «Die Solothurner Spitäler AG ist ihrer Verantwortung in vorbildlicher Weise nachgekommen und hat aktiv nach einer Verbesserung gesucht», hält Häner gegenüber dieser Zeitung fest. «Für den Bezirk Thierstein bedeutet dies, dass er nun zu einem eigenen Rettungswagen kommt», zeigt sich Häner erfreut.

«Die Vorbereitungen für die Kapazitätserweiterung laufen bereits auf Hochtouren», sagt Roloff. «Wir suchen in und um Breitenbach den geeigneten Standort, damit der Rettungswagen und die Einsatzkräfte an sieben Tagen rund um die Uhr vor Ort zur Verfügung stehen. Bis Ende Dezember wird alles klar sein», sagt Roloff. Wie er ausführt, ist es der Rettungsdienste Nordwestschweiz AG bisher immer gelungen, Fachkräfte zu finden. «Dies nicht zuletzt dank unserer internen Ausbildungsangebote», erklärt Roloff.

Vor zwei Jahren wurde die Privatunternehmung, welche für den Kanton Baselland in der Birsstadt tätig ist, mit einem Notarzt-Team aufgerüstet. «Damit können wir — wenn jede Sekunde zählt — die Erstversorgung vor Ort und während des Transports zusätzlich verbessern», führt Roloff aus. Er erinnert daran, dass eine Rettung aus der Luft (Rega oder Rettungshubschrauber Lions) wetterabhängig ist.

Im Vergleich zum nahen Ausland ist in der Schweiz der medizinische Beruf des Rettungssanitäters mit hohen Kompetenzen ausgestattet. Damit werden vor Ort und während der Fahrt rettende und schmerzlindernde Massnahmen sichergestellt, während in anderen Ländern der Rettungsdienst lediglich für den Transport ins Spital zuständig ist.

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