Erstes Album produziert

Am 24. März setzt der junge Büsseracher Noah Schaub (18) für sich einen weiteren Meilenstein. Sein erstes Album erscheint.

Schreibt seine Texte alle selbst: Noah Schaub möchte eines Tages von seiner Musik leben können. Foto: Edgar Hänggi
Schreibt seine Texte alle selbst: Noah Schaub möchte eines Tages von seiner Musik leben können. Foto: Edgar Hänggi

Noah sitzt in seinem Zimmer am Pult. An vielen Orten sieht man Gegenstände, mit denen er seine Musik schreibt, komponiert und hört. 2020, mitten in der Pandemie, brachte Noah seine erste Single heraus. «D’Welt isch am kheie». Ein zeitkritischer Text, der aktueller ist denn je. Als er damals gefragt wurde, ob er jetzt ein weiteres Lied herausbringen wolle, sprudelte es nur so aus ihm heraus. Er hatte und hat Ideen. Sein Traum sei ein Album und er sei sicher, das werde bald veröffentlicht. Für Noah war immer klar, dass er das, was er im Kopf hat, auch realisieren wird. Im vergangenen Jahr setzte er einen weiteren «Pflock». Er brachte mit «Ride my bike» seinen zweiten Song in englischer Sprache heraus. «Ich will, dass meine Lieder weltweit gehört werden und da ist es besser, wenn die Menschen meine Texte auch verstehen.» Beim Musik-Streaming-Marktführer Spotify werden seine Lieder monatlich von rund 1500 Personen gehört. Ride my bike wurde bereits knapp 27000-mal geladen. «Diese Zahlen machen Spass und motivieren», sagt Noah, der im Sommer beim grössten Kommunikationsunternehmen des Landes seine Lehre beenden wird. «Mir war wichtig, dass ich etwas in der Hand habe. Aber Musik soll eines Tages mein Beruf werden.» Immer wieder sei er auf Leute gestossen, die meinten, er soll sich nicht in etwas verbeissen, das er nicht erreichen könne. «Ich wusste stets, was ich wollte, und tat alles, um es zu realisieren.» Dafür investierte er seine komplette Freizeit. «Zuletzt musste ich erkennen, dass ich hin und wieder auf die Bremse treten muss.»

Liebesgeschichte

Noah lehnt sich im Stuhl zurück, lässt eines der Lieder vom Album ertönen. «Ich bin, ja, ich darf es sagen, stolz. Ich hab es geschafft. Es ist ein emotionaler Moment, denn ich habe eineinhalb Jahre alles für dieses Projekt gegeben.» Das Album mit zwölf Liedern ist eine Liebesgeschichte mit Höhen und Tiefen. Dafür wurde auch ein Musikvideo gedreht. Es sei keine romantische Geschichte, viel mehr gehe es am Ende hart zur Sache, wenn er ein brennendes Auto bearbeite. «Es geht dabei um Aufmerksamkeit», lacht er.

Seine Texte schreibt Noah alle selbst. Zur Seite steht ihm Produzent Simon Binggeli. Er ist froh um Hilfe von Leuten aus der Musikbranche. Dass er genügend Ideen haben werde für ein Album, war für ihn nie ein Thema. «Manchmal kamen sie mir auf dem Heimweg auf dem Motorrad, dann hielt ich an und brachte sie zu Papier. Ich bin auch schon aufgewacht und schrieb auf, was ich im Kopf hatte.» Schreibblockaden kennt er aber schon auch. «Wenn ich merke, dass der Kopf nichts hergibt, mach ich etwas anderes. Du darfst dich deswegen nicht verrückt machen. Aber alles, was ich dann zur Ablenkung mache, hat irgendwie mit Musik zu tun.»

Er bekomme schon etwas Geld von seinen Liedern, könne davon aber nicht leben. «Ich habe private Sponsoren, Menschen, die an mich glauben und mich unterstützen. Ich selbst stecke mein ganzes Geld in die Musik. Ein grosser und wichtiger Sponsor ist meine Mutter. Sie ist auch meine grösste Kritikerin. Sie gibt zu dem, was ich mach, ihren Senf dazu», lacht er.

Möchte an Festivals auftreten

Er habe jetzt eine Etappe abgeschlossen. Mit der Albumtaufe lasse er sein Kind in die Welt. Bald soll am nächsten gearbeitet werden. Er dürfe aber nicht produzieren wie in einer Fabrik. Qualität stehe an erster Stelle, nicht Quantität. «Ein Teil von mir begleitet das Album, der andere wird an der neuen Musik arbeiten. Ich möchte auch auf Festivals auftreten.»

Noah Schaub hat sich entwickelt, denn nicht nur seine Stimme ist erwachsen geworden. Dass er bisher alles schaffte, was er sich vorgenommen hatte, gibt ihm Gewissheit, dass er auch in Zukunft seine Ziele in die Tat umsetzen kann. «Niemand weiss, was in der Zukunft sein wird. Aber wir können so viel dazu beitragen und solange ich Freude an der Musik habe, werde ich alles machen, damit mein Weg noch lange nicht am Ende ist.» Das Telefon klingelt. Die Freundin! Für einen Moment rückt die Musik in den Hintergrund. Noah Schaub — ein ganz normaler junger Mann halt.

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