Erfolgreich zurück in den Beruf mit Tandem 50 Plus

Seit zehn Jahren existiert Tandem 50 Plus. Das Erfolgsprogramm hilft Menschen über 50 Jahren bei der Arbeitssuche und stärkt ihr Selbstvertrauen.

Abschlussgespräch im Büro in Liestal: Fredy Roth (l.) hat auch dank der Begleitung von Mentor Andreas Feuz (r.) nach einem Jahr Suchen eine neue Stelle gefunden. Claude Lachat vermittelt die Tandempartner. Foto: Gaby Walther
Abschlussgespräch im Büro in Liestal: Fredy Roth (l.) hat auch dank der Begleitung von Mentor Andreas Feuz (r.) nach einem Jahr Suchen eine neue Stelle gefunden. Claude Lachat vermittelt die Tandempartner. Foto: Gaby Walther

In der Alterskategorie Ü50 gibt es zwar nicht mehr Stellensuchende als in anderen Altersklassen, doch benötigt diese Gruppe meist zwei- bis dreimal so lange, um eine neue Stelle zu finden. Das Programm Tandem 50 Plus unterstützt seit zehn Jahren 50- bis 60-Jährige bei der Arbeitssuche. «Wir sind damit sehr erfolgreich und weisen eine Erfolgsquote von bis zu 70 Prozent auf», erklärt Claude Lachat. Der Programmleiter pendelt seit acht Jahren von Nunningen zu seinem Arbeitsort in Liestal. Seine Aufgabe ist es, nach dem Aufnahmegespräch für die stellensuchende Person eine geeignete Persönlichkeit als Mentorin bzw. Mentor zu finden. Zu dritt starten sie dann in das Erstgespräch. Dabei wird geprüft, ob die Chemie zwischen Mentorin und Mentee stimmt, das gemeinsame Ziel sowie die Art der Zusammenarbeit werden besprochen und in einer Zielvereinbarung festgehalten. Das Tandem ist in der Regel vier Monate unterwegs und schliesst mit einem Abschlussgespräch ab.

«Die Mentoren und Mentorinnen kommen aus den verschiedensten Branchen und Hierarchiestufen und bringen ihr Know-how ein. Sie helfen den Stellensuchenden, sich gut zu verkaufen und sich im verdeckten Arbeitsmarkt zu bewegen», erklärt Lachat. «Der Lebenslauf ist in diesem Alter zwar auch wichtig. Es steht jedoch nirgends, wie dieser auszusehen hat. Er darf ganz individuell sein. Denn niemand interessiert sich für die Schulnoten vor 30 Jahren. Viel wichtiger ist es, herauszustreichen, was diese Person zu bieten hat und wo ihre Stärken liegen.» Lachat stellt fest, dass sich die Kommunikation in den letzten Jahren verändert hat. Er regt an, verschiedene Kanäle zu nutzen: «Wieso nicht den CEO über LinkedIn oder sogar über WhatsApp anschreiben? Bestenfalls meldet sich dieser zurück. Verlieren kann man nichts», findet Lachat. Sehr wichtig ist ihm auch, dass das Selbstvertrauen gestärkt wird: «Wenn jemandem nach vielen Arbeitsjahren gekündigt wird – weil er zu alt, zu teuer etc. ist –, nagt das am Selbstvertrauen. Wir wollen die Menschen dazu animieren, sich nicht als Bittsteller zu präsentieren, sondern stolz darauf zu sein, was sie bisher geleistet haben. Sie dürfen fordernd sein», sagt Lachat. Mithilfe des Tandems sollen diese Punkte angegangen werden.

Vermittlung übers RAV

Die Personalberatung der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) im Kanton Basel-Landschaft informiert und motiviert Stellensuchende, die als arbeitslos gemeldet sind, zur Teilnahme am Programm Tandem 50 Plus. Interessierte bewerben sich schriftlich bei der Programmstelle. Tandem 50 Plus ist kostenlos. Auch die Mentorinnen und Mentoren bieten ihre Beratung unentgeltlich an. In der Regel trifft sich das Tandem rund viermal im Monat physisch, der weitere Austausch findet telefonisch oder per E-Mail statt. Die Begleitung dauert rund vier Monate.

Angebot auch für Personen aus dem Schwarzbubenland

Die RAV-Standorte im Kanton Basel-Landschaft sind seit Anfang August neu organisiert. Statt wie bisher an fünf Standorten werden Stellensuchende neu an den drei bestehenden Standorten Liestal, Oberwil und Laufen betreut. Für Personen aus dem Thierstein und Dorneck gibt es eine Vereinbarung mit dem Kanton Basel-Landschaft: Diese müssen nicht nach Solothurn aufs RAV, sondern können das Angebot in Laufen in Anspruch nehmen. Somit haben auch diese Stellensuchenden die Möglichkeit, am Programm Tandem 50 Plus teilzunehmen. Im Kanton Solothurn existiert dieses Programm nicht.

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