«Eine verpasste Chance»

Das Schwarzbubenland ist nun doch nicht vertreten im Ständerat. Christian Imark (SVP) verliert die Kampfwahl gegen Franziska Roth (SP).

Die Siegerin und der Unterlegene: Christian Imark (SVP) gratulierte am Sonntag der frischgewählten Ständerätin Franziska Roth (SP). Foto: key/Anthony Anex

Gleich drei Kandidaten für den Ständerat hatte der Thierstein zu bieten. Schlussendlich sind alle gescheitert.

Im ersten Wahlgang platzte der Traum für Remo Ankli aus Beinwil (FDP), und diesen Sonntag musste sich Christian Imark (SVP) aus Fehren geschlagen geben. Die Sozialdemokratin Franziska Roth aus Solothurn gewann die Kampfwahl um den Ständeratssitz mit über 7700 Stimmen Vorsprung. Sie kam auf 43668 Stimmen, Imark verbuchte 35904 Stimmen. «Es ist wie es ist», hält Imark gegenüber dieser Zeitung fest. «Die Region hat eine riesige Chance verpasst, in Bern mehr Einfluss zu gewinnen — zugunsten dringend notwendiger Infrastruktur Projekte, unter anderem den Verkehr betreffend.»

Thiersteiner Doppelvertretung ist ein Wunsch geblieben

Hätte Imark vom Nationalrat in den Ständerat gewechselt, wäre Sibylle Jeker aus Büsserach Nationalrätin geworden und das Schwarzbubenland wäre zu einer Doppelvertretung gekommen. Nun hätten aber die Wählerinnen und Wähler den Aspekt, links oder rechts stärker gewichtet, lautet Imarks Analyse.

Ein Teil der Region und die Bevölkerung des Kantons Solothurn setzte darauf, dass sie in der kleinen Kammer in Bern weiterhin durch die SP und durch die Mitte vertreten wird. Roth übernimmt den Sitz von Roberto Zanetti. Der bisherige Ständerat Pirmin Bischof war bereits im ersten Wahlgang gewählt worden. Die FDP hatte gehofft, mit ihrem bestgewählten Regierungsrat Remo Ankli zu ihrer früheren Stärke zurückzufinden. Umso grösser war die Enttäuschung über den vierten Platz im ersten Wahlgang. Nach Rolf Büttiker schafft es die FDP nicht mehr, sich gegen die SP durchzusetzen. Ihr neuster Plan, die SVP zu unterstützen und mit Christian Imark das bürgerliche Lager zu stärken, ging nicht auf. Imark verlor selbst in der heimischen Amtei viele Stimmen an Roth. Ankli hatte im ersten Wahlgang im Schwarzbubenland von allen Kandidierenden die Nase vorn, entschied sich dann aber aus dem Wahlkampf auszusteigen.

Heimvorteil nur bedingt genutzt

Im zweiten Wahlgang sprach im Bezirk Dorneck die Mehrheit der Sozialdemokratin Franziska Roth mit 3510 gegen 3053 Stimmen das Vertrauen aus. Auch im Thierstein stand man nicht geschlossen hinter Imark. Kleinlützel, Meltingen und Erschwil wählten die rote Stadtsolothurnerin. In der Analyse wird auf den Frauenbonus verwiesen. «Ständeratswahlen sind immer Kopfwahlen», sagt David Häner, Präsident der FDP Dorneck-Thierstein. An der Delegiertenversammlung sei der Entscheid klar gewesen, dass die FDP die Wahl von Imark unterstützt, «weil wir viele gemeinsame Werte teilen. Remo Ankli hatte entschieden, nicht mehr anzutreten und die Partei musste das akzeptieren.»

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