Die Evoluzzer der Region

Am 5. «Turnerobä» war Evolution angesagt. In ihrer getu(r)nten Zeitreise liessen es die Turner knallen: Vom Urknall bis hin zu den Knallbonbons der Moderatoren.

Evolution ist, wenn man auf Tischen und auf der Bühne im Grien überall dem Menschen auf dem Weg zum aufrechten Gang begegnet. Der Schriftsteller Erich Kästner sah das so: «Einst haben die Kerls auf den Bäumen gehockt, behaart und mit böser Visage, dann hat man sie aus dem Urwald gelockt und die Welt asphaltiert und aufgestockt, bis zur 30. Etage». Der 5. «Turnerobä» setzte diese Entwicklung der Menschheit in eine Zeitreise vom Urknall bis zum angekündigten Weltuntergang um. Mit 15 farbenfrohen, mit toller Musik angereicherten Bildern. Kaum war der Urknall der waghalsigen Geräteturner verebbt, liess das Brüllen, Schnauben und Donnern der Dinosaurier die volle Halle erzittern. Dass sich unter den Dino-Kostümen die Kinder vom Kinderturnen versteckten, machte den Respekt vor diesen stampfenden Riesen nicht wirklich kleiner. Und die Musik aus den Lautsprechern hämmerte: «Es ist ein Dino, Dino, Dino, Dino, Dino-Saurier!» Dies wiederum schien die Höhlen-Mammis nicht davon abzuhalten, ihr Muki-Turnen mit dem Schwingen von Kindern und Knochen draussen vor der Höhle abzuhalten.

Viele Glanzpunkte begeisterten ein Beifall spendendes Publikum. Etwa die prunkvollen ägyptischen Schönheiten der Damenriege, alle schöner als Kleopatra, mit ihrem orientalischen Gymnastiktanz. Oder die Jungen vom Geräteturnen, die sich in mystischen Szenen wie beim Millennium oder beim vermeintlichen Weltuntergang beste Turnnoten holten. Die Bestnote in Sachen Gag holte sich ein Breitenbacher Gemeinderat, bestbekannt von Hut und Militärfahrrad. Er war bei der Velo-Nummer plötzlich «mit dem Radl da» und gewann neue weibliche Fans. Überhaupt hatten die Frauen im Sinn der Evolution an diesem Abend nicht nur beim Stimmrecht Oberwasser. «Jetzt befehlen die Frauen», verhiessen sie glasklar auf einem Plakat.

Die beiden Moderatoren sagten nicht einfach Nummern an. Nein Fabienne Jäggi und Christoph Merckx sangen, tanzten, teilten aus und steckten ein. Kurz: Sie boten bestes Entertainment. Absolut top das Gesangsduell der beiden, wo er ihr mit «Ti amo» und «Verdammt, ich lieb dich» seine Liebe erklärte und sie ihn abwies: «Ich will ’nen Cowboy als Mann». Dem rührigen OK-Chef Sepp Jermann blieben da nur das grosse Staunen und der wärmste Dank an alle Beteiligten.

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