Ankli bleibt sich selbst treu

Remo Ankli gab am Dienstagabend bekannt, dass er bei den Ständeratswahlen nicht zum zweiten Wahlgang antreten wird. Die Delegiertenversammlung der FDP Kanton Solothurn sprach daraufhin eine Wahlempfehlung für Christian Imark (SVP) aus.

An der DV in Breitenbach: (v.l.) Stefan Nünlist, Parteipräsident FDP; Regierungsrat Remo Ankli; Simon Michel, gewählt als Nationalrat; Sabrina Weisskopf, Vizepräsidentin FDP; Christian Thalmann, Gemeinderat Breitenbach. Foto: zvg
An der DV in Breitenbach: (v.l.) Stefan Nünlist, Parteipräsident FDP; Regierungsrat Remo Ankli; Simon Michel, gewählt als Nationalrat; Sabrina Weisskopf, Vizepräsidentin FDP; Christian Thalmann, Gemeinderat Breitenbach. Foto: zvg

Was viele an ihm schätzen, wurde ihm im Nachhinein als Schwäche ausgelegt. Regierungsrat Remo Ankli sei im Wahlkampf um den frei werdenden Sitz (von Roberto Zanetti, SP) zu anständig gewesen, lautete ein Vorwurf. Dass er sich zu keiner Schlammschlacht hinreissen lässt, war klar. «Ihr kennt mich alle bestens», sagte Ankli am Dienstagabend in Breitenbach an der Versammlung der FDP Kanton Solothurn. Um die fehlenden Stimmen wett zu machen, brauche es eine Aufholjagd, gab Ankli zu bedenken. Auf Angriff zu gehen, das liege ihm nicht. Solches Auftreten liesse sich auch nicht mit seinem Amt als Regierungsrat vereinbaren.

Bei der ursprünglichen Nomination für die Ständeratswahlen hatte sich die Delegiertenversammlung einstimmig für ihn ausgesprochen. «Ich fühle mich ganz klar von der Partei getragen», betonte Ankli. Seine Entscheidung, nicht zum zweiten Wahlgang anzutreten, stiess am Dienstag auf grosses Verständnis. Viele der 116 Anwesenden sprachen Ankli ihren grössten Respekt aus und sie bedankten sich mit anhaltendem Applaus für sein grosses Engagement zum Wohle der Gesellschaft. «Remo Ankli leistet hervorragende Arbeit — die Wählerinnen und Wähler wollen ihn lieber weiterhin in Solothurn wissen als nach Bern schicken», war eine von vielen Aufmunterungen.

Parteipräsident Stefan Nünlist kam in seiner Analyse zum Schluss, «dass man der politischen Realität einfach ins Auge sehen muss.» Es handle sich um eidgenössische Wahlen und die FDP Schweiz büsse seit Jahren kontinuierlich Wähleranteile ein. Da können sich Kandidierende der FDP Kanton Solothurn noch so sehr ins Zeug legen. Den Trend zu stoppen, sei vor allem Sache der Mutterpartei. Sie sei gefordert, ihre Kampagnen zu verbessern und dafür zu sorgen, dass sie den Menschen aus dem Herzen spricht. «Der Vorstand der FDP Kanton Solothurn wird auf jeden Fall über die Bücher gehen und wünscht sich für die Zukunft, dass die Partei jünger wird», führte Nünlist aus und regte an, die Jungliberalen einzubinden. Diese waren zahlreich erschienen und beteiligten sich rege an der Diskussion um die Wahlempfehlung. Während die Freisinnigen früher mit den Sozialdemokraten Allianzen eingingen, «sind die Linken nun ein rotes Tuch», hiess es. Es gelte zu verhindern, dass Franziska Roth das Rennen mache. Es brauche Unterstützung für Bürgerliche, die sich für die Anliegen des Gewerbes einsetzen, meinte Paul Schönenberger aus Witterswil. Allerdings gab es auch zahlreiche Stimmen, die zur Vorsicht aufriefen. Die SVP sei der FDP schon oft in den Rücken gefallen. Es brauche Vertrauensbeweise, regte der frühere Ständerat Rolf Büttiker an. Sollten diese erbracht werden, könnte es der Beginn einer erfolgreichen Zusammenarbeit sein. Die Delegiertenversammlung sprach sich letztlich mit 103 Ja- gegen sechs Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen dafür aus, das bürgerliche Lager zu unterstützen — und damit Christian Imark zur Wahl in den Ständerat zu empfehlen.

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