Thierstein
19.01.2022

Die Dorfholle von Kleinlützel wird gesichert

Schutzmassnahme: Förster Gerhard Walser erklärt auf dem schmalen Dorfhollenweglein den Umbau des Schutzwalds. Rechts im Bild ein zum Fällen markierter Baum. Foto: Niklaus Starck

Schutzmassnahme: Förster Gerhard Walser erklärt auf dem schmalen Dorfhollenweglein den Umbau des Schutzwalds. Rechts im Bild ein zum Fällen markierter Baum. Foto: Niklaus Starck

Kleinlützels Dorfstrasse liegt zum Teil im roten Gefahrenbereich der Dorfholle. Nun werden die von der Einwohnergemeinde bewilligten Schutzmassnahmen konkret umgesetzt.

Von: Niklaus Starck

Die Kleinlützler Dorfholle, das steile Felsgebiet unmittelbar nördlich des Dorfkerns, liegt gemäss der Gefahrenhinweiskarte des Kantons Solothurn teilweise in der höchsten Gefahrenstufe. Nachdem vor Jahrzehnten die Beweidung der Holle durch Ziegen aufgegeben worden war, verwaldete das Gebiet. Dieser Wald bildet heute das lokale Gefahrenpotenzial: Viele absterbende Bäume stehen auf felsigem Terrain. Stürzen sie um, reissen ihre Wurzeln Gestein mit — eine Bedrohung für die Häuser entlang der Strasse.

Die Gemeindeverantwortlichen setzen sich seit längerer Zeit mit den Bedrohungen durch Naturereignisse auseinander. Bereits im Jahr 2005 wurde die Firma Böhringer AG mit der Ausarbeitung einer detaillierten Gefahrenkarte für das Gemeindegebiet beauftragt. Diese Karte dokumentiert auch die grosse Gefährdung von Bauten entlang der Dorfholle, es herrscht dort seit geraumer Zeit ein absolutes Bauverbot. Im Jahr 2019 wurde schliesslich von der Gemeindeversammlung der Sicherung der Dorfholle zugestimmt. Es ist ein kostspieliges Projekt, Gemeinderätin Beatrice Fabbro spricht von zweieinhalb Millionen Franken, davon übernimmt der Kanton Solothurn 80 Prozent. Der untere Teil der Holle soll aufgelichtet und in seinen ursprünglichen, waldfreien Zustand — eine Magerweide — zurückversetzt werden. Neben der Erhöhung der Sicherheit versprechen sich die Verantwortlichen auch eine Aufwertung der Biodiversität an der Holle. In den Felswänden angebrachte Schutznetze sollen die Gefahr durch Steinschlag bannen. Der Schutzwald im oberen Teil der Holle bleibt bestehen. Inzwischen hat die Reinigung und Entholzung der Felswände stattgefunden und die notwendigen Baubewilligungen wurden oder werden demnächst erteilt.

Gerhard Walser, Förster, Betriebsleiter der Forstbetriebsgemeinschaft Laufental-Thierstein West, und Richard Waite, Geologe bei PNP Geologie & Geotechnik, Muttenz, erläuterten das Vorgehen an einer Begehung entlang des Dorfhollenwegleins. Das Interesse war gross, rund 60 Lützlerinnen und Lützler nahmen am Anlass teil. Diesen Monat wird mit den Holzarbeiten oberhalb der Dorfstrasse begonnen. Rund 2500 Bäume, das entspricht etwa 1300 Kubikmetern Holz, werden gefällt. Der grösste Teil wird mit einem «Flüsterhelikopter», einem K-Max mit ineinandergreifenden Hauptrotoren, innert zwei bis drei Tagen aus dem Wald geflogen. Danach werden die bereits 2021 ausgesteckten Steinschlag-Schutznetze entlang des Felsbands der Dorfholle gebaut.

Für Informationen zum Projekt «Dorfholle» hat die Gemeinde Kleinlützel eine eigene Internetseite eingerichtet: dorfholle.ch.