Thierstein
31.03.2021

Endlich: Verbindungsstrasse Grindel–Bärschwil–Montsevelier wird ausgebaut

Begrüsst die Vereinbarung: Ortshistoriker Simon Lutz auf dem Fringeliberg, im Hintergrund die «Rue d’amour». Foto: zvg

Begrüsst die Vereinbarung: Ortshistoriker Simon Lutz auf dem Fringeliberg, im Hintergrund die «Rue d’amour». Foto: zvg

WoS. Nach langwierigen Verhandlungen zwischen dem Kanton Solothurn und dem Kanton Jura besteht nun eine Vereinbarung: Das Schwarzbubenland und das Laufental werden mit einer Verbindungsstrasse ins Val Terbi zusammengeführt. Die bestehende Flurstrasse ­Bärschwil–Fringeli–Montsevelier soll ausgebaut, jedoch nicht asphaltiert werden.

Die Idee ist zwar nicht neu, schon früher gab es Vorstösse, dies zu bewerkstelligen. Die Route nach Montsevelier, «Mutzbl», führte bisher über Delsberg und das Val Terbi hinauf nach Mutzbl - eine langwierige Reise.

Wie der zuständige Verkehrsverantwortliche anführt, ist die neue Ver­bindungsstrasse jedoch nicht für alle Bewohner zugänglich. Über den Fringeliberg sollen ausschliesslich Leute verkehren, die einen Partner oder eine Partnerin suchen. Die Polizei führt Stichkontrollen durch.

Stefan Kündig vom Bauernhof Ober-Fringeli ist zwar nicht begeistert von mehr Verkehr, aber wenn es der zwischenmenschlichen Beziehung dient und nur die «Chälter» die Strasse benützen dürfen, will er der Sache freien Lauf lassen.

Der Ortshistoriker Simon Lutz von Grindel, der vor einigen Jahren ein Buch mit dem Titel «Leben am Fringeliberg» publiziert hat und die Verhältnisse am Fringeliberg bestens kennt, begrüsst die Vereinbarung. «Früher gab es viel mehr Kontakte zwischen dem Schwarzbubenland/Laufental und dem Val Terbi», sagt er. «In Erschwil und Grindel gibt es heute je zwei Familien mit Ehefrauen von Mutzbl. Familiennamen wie Chételat, Koller, Mouttet, Lachat, Dominé und Charmillot waren früher viel häufiger in unseren Dörfern anzutreffen. Eine Blutauffrischung tut gut und ist vor allem für Bärschwil und Grindel notwendig», so Lutz.

Die neue Verbindungsstrasse wird im Volksmund bereits «Chälter-Strasse» genannt. Gemäss dem Maire von Montsevelier, Monsieur Chételat, hätte die Strasse viel früher ausgebaut werden sollen. «Nous avons beaucoup de jeunes solitaires», gibt er zu Protokoll und führt aus, dass die neue Strasse im Volksmund «Rue d’amour» heissen soll.

Die Auswirkungen der neuen direkten Kontakte werden nach einer Probezeit von zwei Jahren überprüft und eine Analyse gemacht, ob die Verbindung zwischen den Welschen und den Deutschschweizern tatsächlich zu mehr Amour geführt hat.