Schwarzbubenland
16.09.2020

Schlummert Arsen im Boden?

Kleinräumig: In zerklüftetem Gelände wie hier in Büren kann Arsen sehr kleinräumig vorkommen. Foto: Gini Minonzio

Kleinräumig: In zerklüftetem Gelände wie hier in Büren kann Arsen sehr kleinräumig vorkommen. Foto: Gini Minonzio

Arsen kann in der Region von Natur aus im Boden vorkommen. Das macht es nicht weniger giftig. Nun hat der Kanton Solothurn eine grosse Untersuchung gestartet, um die problematischen Stellen ausfindig zu machen.

Von: Gini Minonzio

Wo hat es Arsen in der Erde? Diese Frage wird das Solothurner Amt für Umwelt, Abteilung Boden, noch zwei Jahre umtreiben. Und zwar geht es für einmal nicht um Umweltsünden, sondern um natürlich vorkommendes Arsen, auch geogenes Arsen genannt. Noch seien die Geologen damit beschäftigt, die Probestandorte festzulegen, erklärt Stephan Margreth vom Amt für Umwelt. Das ist keineswegs einfach. Zuerst muss man wissen, wo es überhaupt Gesteinsschichten hat, die möglicherweise viel Arsen enthalten. «Dank den Untersuchungen des Kantons Baselland verstehen wir nun viel besser, wo es solche Schichten haben könnte», sagt Margreth. Von Interesse sind vor allem die obersten 20 bis 40 Zentimeter des Bodens, die für Mensch und Tier gefährlich werden können (siehe Kasten). Aber auch auf die tieferen Schichten muss das Augenmerk gerichtet sein. Dies vor allem dann, wenn zum Beispiel beim Häuserbau Aushub anfällt, der abtransportiert und anderswo deponiert wird. Hier muss die Bauherrin sicherstellen, dass sie kein arsenhaltiges Material unkontrolliert verschleppt.

Kompliziert wird die Untersuchung auch dadurch, dass in der Region die Böden sehr uneinheitlich sind. Dies musste auch der Kanton Baselland feststellen. Im Jahr 2015 ergaben die Bodenproben in Liesberg Arsenwerte zwischen 16 und 560 mg/kg Trockensubstanz, wie das Amt für Umweltschutz und Energie mitteilte. Zum Vergleich: Baselland schreibt vor, dass «näherungsweise» bei Kinderspielplätzen mit einer Arsenkonzentration ab 50 mg/kg Trockensubstanz Sanierungsüberlegungen angestellt werden müssen. In der Landwirtschaft liegt der Wert dafür bei 200.

Hat das Solothurner Amt für Umwelt die Probenstandorte einmal festgelegt, will es nächstes Jahr Bodenproben vornehmen und in zwei Jahren Resultate vorlegen können.


Bund muss Grenzwerte schaffen
Margreth hofft, dass bis dahin eine weitere Schwierigkeit ausgeräumt ist. Denn das Bundesamt für Umwelt erforscht im Augenblick, welche Grenzwerte für geogenes Arsen gelten sollen, zudem will es Vollzugsgrundlagen schaffen. Damit soll für die Grundeigentümer und die Kantone klar werden, ob und was sie bei arsenhaltigen Böden unternehmen müssen.

Arsen und Arsenik
Arsen ist ein Halbmetall. In metallischer Form ist es unproblematisch. Im Boden ist Arsen allerdings oxidiert. So ist es bereits in kleinen Mengen hochgiftig. Es ist krebserzeugend.
Die Hauptgefahr besteht für kleine Kinder, die mit Erde spielen und dabei davon essen. Gefährdet sind auch Tiere, die beim intensiven Weiden Erde aufnehmen. Auch das Trinkwasser kann kontaminiert sein.  Arsen wird von Pflanzen je nach Art und Sorte sehr unterschiedlich aufgenommen. Manche reichern es an. Werden diese Pflanzen zum Beispiel als Gemüse gegessen, kann das gesundheitsgefährdend sein. Zu beachten gilt: Das in Krimis «Arsen» genannte Gift ist eine Arsen-Sauerstoff-Verbindung und heisst korrekterweise eigentlich «Arsenik».