Breitenbach
09.09.2020

Vergessene Kultobjekte

Machte ziemlich viel Lärm: Die ratternde Schreibmaschine im letzten Jahrhundert. Museumspräsidentin Maria Cajochen (ohne Maske), informiert kurzweilig und kompetent. Foto: Martin Staub

Machte ziemlich viel Lärm: Die ratternde Schreibmaschine im letzten Jahrhundert. Museumspräsidentin Maria Cajochen (ohne Maske), informiert kurzweilig und kompetent. Foto: Martin Staub

Wer kennt noch die Schreibmaschine, die vor dem Computerzeitalter in keinem Büro fehlte? Das Industriemuseum Breitenbach lässt das wichtige Arbeitsgerät des letzten Jahrhunderts in einer eindrücklichen Ausstellung aufleben.

Von: Martin Staub

Der Schriftsteller Max Frisch benutzte sie, auch jeder Journalist, und für jede Sekretärin des 20. Jahrhunderts bedeutete sie das tägliche Brot: die Schreibmaschine. Vielleicht am bekanntesten die 1935 erfundene Schweizer Schreibmaschine Hermes Baby aus Yverdon.
Am vergangenen Samstag liessen es sich viele Breitenbacherinnen, Breitenbacher und auch zahlreiche Auswärtige nicht nehmen, ein Auge voll zu nehmen, von der neu eröffneten Sonderausstellung im Industriemuseum. «Der Entscheid, die Ausstellung durchzuführen,  ist im letzten Herbst gefallen. Sie war eigentlich für das Frühjahr 2020 geplant und nun wegen Corona auf dieses Datum verschoben worden», erklärte Maria Cajochen, seit einem Jahr Präsidentin des Museumsvereins Breitenbach.

Sie und ihre treuen Vorstandsmitglieder haben sich intensiv in das Thema eingearbeitet, und ihre halbstündigen Führungen durch die gut bestückte Ausstellung mit Schreibmaschinen verschiedener Bauarten und Epochen wurden aufmerksam verfolgt und anschliessend mit viel Lob quittiert.

Der wichtigste Teil der Vorbereitung war die Reise nach Pfäffikon ZH ins dortige Schreibmaschinenmuseum. «Stefan Beck hat eine der komplettesten Sammlungen in der Schweiz», begründete Cajochen die Exkursion. Der Einführungsfilm zur Vernissage zeigte denn auch das Beck Schreibmaschinenmuseum und den Besitzer, der wichtige Informationen im Voraus lieferte. «Nebst wertvollen Erklärungen hat uns Herr Beck auch einige wichtige Exponate leihweise zur Verfügung gestellt», sagte die Präsidentin, die als Archäologin natürlich das Handwerk versteht, in Vergangenes einzutauchen. «Nur in zeitlich etwas ferneren Dimensionen», fügte sie lachend hinzu.

Auch wenn von den allerersten Schreibmaschinen lediglich Bilder zu sehen sind — der Österreicher Peter Mitterhofer gilt als Erfinder und präsentierte der Öffentlichkeit 1866 die erste Schreibmaschine — hat es das Museumsteam geschafft, einen informativen und vollständigen Abriss mit rund 30 Schreibmaschinen als Zeitzeugen und ebenso interessanten Illustrationen auf Plakaten zu präsentieren.
Die Ausstellung «Schreibmaschine» dauert bis Ende Januar 2021 und hat immer am ersten Samstag im Monat von 14 bis 16 Uhr und an einem im Internet definierten zweiten Samstag geöfffnet. www.industriemuseum.ch.

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