Wie weiter mit dem ehemaligen Spitalgebäude und dessen Land?

Das Komitee «Laufe chasch nid chaufe» setzt sich weiter für den Erhalt des ehemaligen Spitalgebäudes ein und hofft auf die Unterstützung der Laufentaler Gemeinden.

Wollen das ehemalige Spitalgebäude erhalten: (v.l.) Urs Bieli, Christine Gubler und Simon Felix. Foto: Gaby Walther

Das Komitee «Laufe chasch nid chaufe» veröffentlichte letzte Woche im Wochenblatt einen offenen Brief an den Stadtrat von Laufen. Der Brief wurde ebenfalls an alle Laufentaler Gemeinden verschickt. Darin wird der Stadtrat aufgefordert, sich aktiv um den Erhalt des ehemaligen Spitalgebäudes und für eine angemessene Nutzung einzusetzen.

Das Gebäude befindet sich heute im Baurecht des Kantonsspitals Basel-Landschaft (KSBL), das Land gehört dem Kanton. Das Komitee hatte mit einem Referendum erfolgreich erreicht, dass sich der Souverän von Laufen an der Urnenabstimmung vom 17. Dezember 2023 gegen den Abriss des früheren Spitals und die Rückgabe des Areals an die Stadt und die Stadtburgergemeinde Laufen entschied. «Natürlich wollen wir, dass der Kanton das Land an Laufen bzw. ans Laufental zurückgibt. Gewehrt haben wir uns gegen den Abriss des Gebäudes. Wir sind überzeugt, dass die Pflege-Infrastruktur weiter genutzt werden kann», erklären Urs Bieli, Christine Gubler und Simone Felix vom Komitee «Laufe chasch nid chaufe». «Gebäude und Land wurde beim Kantonswechsel von 1994 von den Laufentaler Gemeinden zweckgebunden für die Sicherung der Gesundheitsversorgung an den Kanton übertragen. Der Bedarf an Pflegebetten ist stark am Steigen. Das Gebäude könnte als Altersheim mit Langzeitbetten genutzt werden. Wichtig wäre eine kleine stationäre Anbindung mit einem Grundangebot der Geriatrie. Ebenso könnte sich die Spitex einmieten und ein betreutes Wohnen angeboten werden», erklärt Felix.

Kein Investor vorhanden

Cecile Jenzer, Präsidentin des Zweckverbands Versorgungsregion Altersbetreuung Laufental (APG Laufental) bestätigt auf Anfrage, dass die demografische Entwicklung einen starken Zuwachs in der Altersbetreuung aufweist: «Bis im Jahr 2050 brauchen wir nebst dem Rosengarten zwei weitere Altersheime oder ähnliche Angebote fürs Laufental.» Das APG hätte sich aber den Abriss des Spitalgebäudes und darauffolgend eine Quartierplanung mit kombinierten Wohnmöglichkeiten für Jung und Alt sowie mit betreutem Wohnen erhofft. «Nach dem Nein luden wir im Januar das Komitee zum Gespräch ein. Für unsere Zukunftsstrategie wollten wir wissen, mit welchem Investor das Komitee — wie es vor der Abstimmung kommuniziert hatte — in Kontakt steht. Wir mussten leider feststellen, dass das Komitee keinen konkreten Plan hat.» Der Unterbringung von altersgerechtem Wohnen im ehemaligen Spitalgebäude steht Jenzer skeptisch gegenüber. Das 70-jährige Gebäude entspreche nicht heutigem Standard und ohne Anbindung zu weiteren Institutionen und Nähe zum ÖV würde so ein Projekt schwierig werden.

Komitee hofft, die Laufentaler Gemeinden erhalten das Land

«Das Gebäude liegt in der Spitalzone und kann nicht für einen anderen Zweck als für gesundheitsnahe Dienstleistungen genutzt werden», ist Bieli überzeugt. «Statt einen weiteren Neubau beim Areal Rosengarten für die fehlenden Betten zu realisieren, könnten die Laufentaler Gemeinden das Areal samt Spitalgebäude unentgeltlich übernehmen, dort investieren und die fehlenden Betten einrichten. Der Teil des Gebäudes, der nicht für die Pflege oder Gesundheitsversorgung beansprucht wird, könnte für Spitex, Kesb und den Sozialdienst genutzt werden», fügt Felix an. «Gibt es dann immer noch ungenutzte Bereiche, so kann man sich auf die Suche nach einem Investor machen, der das Land zweckkonform im Baurecht nutzt. Dafür ist es jetzt jedoch noch zu früh, denn zuvor muss der genaue Bedarf und die Eigentumsverhältnisse geklärt werden», erklärt Gubler. Das Komitee hofft darauf, dass die Gemeinden diese einmalige Chance erkennen und nutzen.

Kommunikation ist schwierig

Gegen die Anschuldigungen im offenen Brief des Komitees wehrt sich der Stadtrat Laufen vehement. «Ein Dialog wurde nie angeboten, das Komitee kommuniziert lieber über Facebook, Leserbriefe und nun auch über offene Briefe», sagt Stadtpräsident Pascal Bolliger. Die Stadtverwaltung habe auf eine schriftliche Dokumenten-Anfrage des Komitees in einer E-Mail zurückgeschrieben: «...man gehe davon aus, mit dem ehemaligen Referendumskomitee keine weitere Kommunikation führen zu müssen, da das Abstimmungsverfahren abgeschlossen sei.» Bolliger erklärt: «Es ist aber auch so, dass von Seiten des Komitees, wie gerade mit dem letzten Leserbrief im Wochenblatt, absichtlich Unruhe und Unmut gescheuert wird.» Der Kanton habe die Stadt damals zu den Verhandlungen eingeladen. «Das Ergebnis — das auch beinhaltet hat, wonach eine Übergangsnutzung als Durchgangszentrum für Asylanten nur noch bis Ende 2024 der Fall wäre — wurde an der Urne im Dezember abgelehnt. Unter anderem wurde seitens der Exponenten suggeriert, dass das KSBL gar nicht ausziehen würde oder sogar das Laufner Spital wieder eröffnen würde», so Bolliger. «Der Kanton wollte uns das Land zurückgeben und hat nun keinen Verhandlungsdruck mehr. Inzwischen liegt das Geschäft nicht mehr beim Regierungsrat Thomi Jourdan, Vorsteher der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion, sondern bei Isaac Reber, Vorsteher der Bau- und Umweltschutzdirektion und wird damit zum reinen Immobiliengeschäft.

Trotz aller Widerstände kämpft das Komitee weiter. «Das ehemalige Spitalgebäude gehört zum Stadtbild von Laufen», erklärt Bieli sein Engagement. «Etwas erhalten ist immer besser als es zerstören», so Gubler und Felix ergänzt: «Es gibt Beispiele wie das Zentrum Passwang in Breitenbach oder das Felix Platter-Spital in Basel, wo der Erhalt gelungen ist.»

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