Von übergewichtig zum Ironman

Der Triathlon von Laufen verzeichnete einen neuen Teilnehmerrekord. Der Schwimmklub Laufenerweist sich als regionales Magnet.

Sportler: Roy Senn aus Birsfelden und Marco Auderset aus Riehen wissen die Angebote in Laufen zu schätzen, kommen zum Training und absolvierten am Samstag den Triathlon des Schwimmklubs Laufen. Foto: Bea Asper
Sportler: Roy Senn aus Birsfelden und Marco Auderset aus Riehen wissen die Angebote in Laufen zu schätzen, kommen zum Training und absolvierten am Samstag den Triathlon des Schwimmklubs Laufen. Foto: Bea Asper

Das könnten fast alle Menschen der Region, sofern sie wollten», sagt Marco Auderset im Gespräch mit dem Wochenblatt über seine erfolgreiche Teilnahme am Iron- man Austria. Durchgehend zehn, elf, zwölf Stunden lang schwimmen, Rad fahren und laufen — diese Leistung sei nicht das Glück eines angeborenen Talents, sondern das Resultat eines disziplinierten Trainings. Auderset erfüllte sich den Traum vom Ironman drei Jahre vor seinem 60. Geburtstag. Das Glücksgefühl sei kaum in Worte zu fassen. «Auch Tage danach schwebt man noch immer auf Wolke sieben», meint er. Die ersten Minuten seien die schwierigsten gewesen. 3000 Menschen in einem endlos erscheinenden See, eine Art schockierende Orientierungslosigkeit und aufkommende Zweifel, ob man die 3,8 km lange Schwimmstrecke durchhalte, hätten ihn kurz aus der mentalen Bahn geworfen. Aufgeben war für ihn keine Variante. Später auf dem Rad wusste er: Dies ist mein Glückstag. Die 180 km legte er problemlos zurück, schaffte ebenso die 42 km Laufen und konnte nicht nur stolz sein auf sein Durchhaltevermögen, sondern auch darauf, in seiner Kategorie der 55- bis 60-Jährigen im ersten Viertel abgeschlossen zu haben.

Leben ohne Sport nicht vorstellbar

«Hätte mir früher jemand gesagt, ich würde mal eines der härtesten Rennen der Welt absolvieren, hätte ich dies für unmöglich gehalten.» Begonnen hat alles mit Übergewicht. «Gewicht reduzieren war der Grund, mit dem Sport anzufangen — im Alter von über 30 Jahren.» Heute könnte sich Auderset ein Leben ohne Sport nicht vorstellen, wobei dieser ein Hobby blieb. Den Arbeitsweg(einige Kilometer) mit dem Rad oder zu Fuss zurückzulegen, ist für ihn niemals eine Frage des Wetters, sondern von Disziplin. «Zu nass, zu kalt, dann zu warm sowie der Spruch ‹Keine Zeit für Bewegung› sind wirklich bloss Ausreden.» Es doch zu tun, zähle zu den Highlights. Sportmuffel liessen sich das Beste entgehen, nämlich das unbeschreibliche Glücksgefühl, das sich einstellt beim Überwinden des inneren Schweinehundes, erklärt Auderset.

Regionaler Magnet

Dieser lebt in Riehen, schätzt und nutzt die Angebote des Schwimmklubs Laufen und machte letzten Samstag am Triathlon Laufen mit — zusammen mit weiteren Teilnehmenden aus der Agglomeration. Andrea Kohler, Präsidentin des Schwimmklubs, freute sich über den neuen Teilnehmerrekord und die vielen Spitzenleistungen.

300 Meter Schwimmen, 17 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen in 57 Minuten, das schaffte Timon Schweizer. Im Triathlon ist nach der ersten Disziplin alles offen: Schweizer kam als Neunter aus dem Wasser, überholte den Ironman-erprobten Auderset und kämpfte sich auf dem Rad und zu Fuss an die Spitze des starken Feldes.

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