Trotz Erfolg wird Verein aufgelöst

Der Verein «Depo-NIE im Quellgebiet» hat erfolgreich gegen eine Deponie in Zwingen und Blauen gekämpft. Nun, da das Ziel erreicht ist, löste sich der Verein auf.

Auflösung des Vereins Depo-NIE: Das Vereinsvermögen lassen die Mitglieder zu gleichen Teilen der Laufechuchi und dem Laufehuus zukommen. Foto:Thomas Immoos
Auflösung des Vereins Depo-NIE: Das Vereinsvermögen lassen die Mitglieder zu gleichen Teilen der Laufechuchi und dem Laufehuus zukommen. Foto:Thomas Immoos

Es kommt selten vor, dass sich ein Verein auflöst, der erst fünf Jahre alt ist. Und noch seltener dürfte sein, dass sich ein Verein auflöst, weil er erfolgreich war und sein Ziel erreicht hat. Genau dies trifft auf den Verein «Depo-NIE im Quellgebiet» zu. Dieser Verein wurde 2016 gegründet, um die vom Kanton geplante Deponie auf dem Gemeindegebiet von Zwingen und Blauen zu verhindern. Im Gebiet Stutz und Sunnerai hätten im Laufe von achtzig Jahren 34 Millionen Kubikmeter Aushubmaterial aus der ganzen Region Basel deponiert werden sollen — dies in einem Gebiet, in dem sich zwei für die Wasserversorgung im Laufental wichtige Quellen befinden.

Als der entsprechende Richtplan 2016 zur Volksabstimmung anstand, wurde der Verein «Depo-Nie im Quellgebiet» gegründet. Innert kürzester Zeit wurden gut 4300 Unterschriften gesammelt. Mit Plakaten und Informationsveranstaltungen machten die Initianten im ganzen Kanton auf ihr Anliegen aufmerksam und appellierten an die Solidarität der Stimmberechtigten. «Dieser Kampf war erfolgreich», stellte Vereinspräsident Remo Stebler am Sonntag an der letzten Versammlung zufrieden fest.

Diese fand unter freiem Himmel bei der Linde statt, die der Verein vor fünf Jahren gepflanzt hat. Gut ein Dutzend Vereinsmitglieder wanderten vom Schützenhaus Zwingen zu ihr hoch, dorthin, wo der höchste Punkt der verhinderten Deponie gewesen wäre. Stebler zeigte mehrfach in den Wald hinunter, um das gigantische Ausmass der geplanten Deponie zu unterstrichen.

«Es ist dies die ungewöhnlichste GV, an der ich je teilgenommen habe», sagte er zu Beginn der Versammlung. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge löse man den Verein nun auf. Einen letzten Erfolg hatte der Verein noch im Juni dieses Jahres an den Gemeindeversammlungen in Blauen und Zwingen zu verzeichnen. Als es um die Genehmigung von Mutationen von Schutzzonen ging, wurde das Reglement auf Antrag von Vereinsmitgliedern von «Depo-Nie» wie folgt ergänzt: «Das Errichten von Deponien sowie die Ablagerung von unverschmutztem Aushub-, Abraum- und Abbruchmaterial ist nicht gestattet.» Vorstandsmitglied Remo Stebler und Peter Hueber (ehemaliges Vorstands- und Gründungsmitglied) erinnerten mit Genugtuung an diese jüngsten Erfolge. Natürlich erfolgte an dieser GV alles statutenkonform. Zuerst musste der Vorstand mit Remo Stebler, Stefan Jermann, Brigitte Jermann und Karin Joachim wiedergewählt werden. Diese Wahl erfolgte ebenso einstimmig wie die einhellige Zustimmung zur Auflösung.

Wichtigstes Geschäft der Auflösungs-GV war, was mit dem Vereinsvermögen von über 8000 Franken geschehen soll. Die Vereinsmitglieder entschieden aus verschiedenen Vorschlägen, dieses Geld zu gleichen Teilen der Laufechuchi und dem Laufehuus zukommen zu lassen.

Weitere Artikel zu «Laufental», die sie interessieren könnten

Vereint für den Verein: Tobias Häseli, Glenn Chevrolet und Nevio Quartara (von links) verbindet das Leibchen der Laufner U21-Equipe. Foto: eh-presse
Laufental08.04.2026

Erfolg dank der jungen «Wilden»

Der EHC Laufen blickt auf eine äusserst erfolgreiche Saison zurück. Gruppensieg in der 3. Liga, Vize-Meister der Zentralschweiz, Aufstieg und zum vierten Mal in…
Wo alles begann: Daniel Scholer (links) und Hans Rem (rechts) vor dem früheren Bezirksgericht. Foto: Sabine Asprion
Laufental08.04.2026

Recht und Gerechtigkeit: Mehr Realität als Ideal

Hans Rem und Daniel Scholer, beide aus Laufen und während insgesamt 40 Jahren nebenamtliche Zivilrichter, plaudern zu ihrem Amtsende aus dem Nähkästchen.
Reden um den heissen Brei herum: Flip (Marc Eichenberger), Vreni (Alessandra Beeler), Tante Martha (Ruth Höfler) und Hans (Roger Brencklé). Foto: Thomas Brunnschweiler
Laufental08.04.2026

«Fascht e Familie» in Blauen

Die Theatergruppe Blauen präsentiert Charles Lewinskys 3-Episoden-Stück, das in Tante Marthas Küche spielt. Es entsteht ein Gefühl der Nostalgie, aber auch…