Statt Messi stand Borer auf dem Shirt

Der Röschenzer Philipp Borer hat mit 23 Jahren in Sachen Fussball schon einiges erlebt. Vor allem im Beach Soccer ist er eine Grösse, und dies längst nicht mehr nur in der Schweiz.

Furchtlos: Philipp Borer (r.) lässt sich auch von einem Brasilianer nicht abdrängen.  Fotos:
Furchtlos: Philipp Borer (r.) lässt sich auch von einem Brasilianer nicht abdrängen. Fotos:

Im Januar streifte sich Borer in Rio de Janeiro das Dress des FC Barcelona über. Statt des Namens Messi stand nun Borer auf dem Barça-Shirt. Für den jungen Laufentaler war seine Verpflichtung von Barcelona für die Team-WM in Brasilien ein Highlight. «Die Kontakte für Anfragen laufen meist über unseren Nationaltrainer Angelo Schirinzi, der auch in der nationalen Meisterschaft mein Trainer ist.» Borer spielt bei den Sable Dancers in Bern. Er ist erst seit 2011 im Beach Soccer dabei. Dies, als seine Laufbahn auf dem Rasen ins Stocken geriet. Er hatte Talent, konnte gar nach Deutschland zum SC Freiburg wechseln. Doch er stand sich in jener Phase selbst im Weg. «Ich wechselte mit 13 Jahren zum FC Basel. Ich war schon fast besessen vom Fussball, trainierte viel. In Freiburg lief es dann aber nicht mehr so, wie ich es mir vorstellte und so verlor ich etwas die Lust.»

Borer nahm ein Angebot des FC Laufen an, in der ersten Mannschaft zu spielen. Doch da hinderte ihn seine etwas rebellische Phase an der Entfaltung seines Könnens. «Ja, ich weiss. Ich war damals das, was man einen schwierigen Typ nennt. Ich legte mich mit Gegenspielern, Schiedsrichtern, Zuschauer oder auch Teamkollegen an. So konnte ich mich nicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren und darunter litt meine Leistung. Ich verlor die Lust so endgültig.» Über einen Kollegen kam der Kontakt mit Schirinzi zustande. Der Einstieg in den Beach Soccer entfachte in mir wieder das Feuer. Die Art, wie gespielt wird, kommt mir entgegen. Man muss technisch gut sein, braucht aber auch Kondition und Kraft. Das Laufen im Sand geht an die Substanz, auch wenn das Feld klein ist und wir laufend wechseln können.» Auch der Aufwand ist gross. Borer trainiert im Sommer viermal pro Woche und im Winter geht es in die Beach-Soccer-Halle. Er bestreitet die Schweizer Meisterschaft und die Spiele mit dem Nationalteam. Dass dieses Pensum mit einem Vollzeit-Job nicht harmoniert, ist verständlich. So arbeitet der Röschenzer nur 50 Prozent in Aesch und ist froh, dass er einen verständnisvollen Chef hat. Damit er finanziell über die Runden kommt, bestreitet Borer im Sommer als Profi die Meisterschaft in Italien. Da diese in kurzer Zeit durchgeführt wird, passt das. Reich wird er dabei jedoch nicht. «Im Beach Soccer sind Summen wie im Rasenfussball natürlich kein Thema. Wir arbeiten noch immer am Image und brauchen Sponsoren. Es wird zwar immer besser, doch der Entfaltung sind natürliche Grenzen gesetzt.» Er könne aber mit dem, was er aus den verschiedenen Orten zusammenbekommt, gut leben. Dass es für ihn derzeit so gut läuft, hat nebst seinen Fähigkeiten auch mit seiner Veränderung zu tun. «Ich bin gereift, bin ruhiger geworden. Dies auch dank Angelo Schirinzi.» Borer wollte zum Ausgleich weiter auf dem Rasen spielen, daher schloss er sich der zweiten Equipe von Dornach an. Doch bald fand Marcel Hottiger, Trainer von Dornach 1, dass ein solcher Spieler in die erste Mannschaft gehört. Jetzt hätte Borer mit ins Trainingslager gehen sollen, doch dies ist aus Zeitgründen für ihn nicht möglich. Für ihn stimmt es so, wie es ist.
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