«Spiralformen der Ammoniten sind Melodien für mich»

Im Austellungsraum des Kultur Forum Laufen zeigt Norbert Edwin Muspach einen Bilderzyklus der letzten Jahre: «Steinzeugen». Am letzten Freitag war Vernissage.

Von Ammoniten umgeben: Norbert Edwin Muspach inmitten seiner Bilder.   Foto: Edmondo Savoldelli
Von Ammoniten umgeben: Norbert Edwin Muspach inmitten seiner Bilder. Foto: Edmondo Savoldelli

Eine Schulexkursion in die Liesberger Grube und ein schöner Ammonit-Fund seines Sohnes haben für Norbert Muspach den Ausschlag für einen grösseren Bilder-Zyklus der letzten Jahre gegeben. «Steinzeugen» nennt er seine Arbeiten, welche sich hauptsächlich mit der Darstellung von Ammoniten beschäftigt. Dabei geht es Muspach nicht um eine naturwissenschaftliche Abbildung, sondern um ein Einleben in die Formsprache der Spiralen und um eine malerische Auseinandersetzung mit Oberflächenstrukturen, Farben und Volumen. Begleitet wird die eindrückliche Ausstellung von Ammonitfunden aus der Sammlung Peter Borer, welche seit letztem Jahr im Museum Laufen zu bewundern sind.

Die Spiralformen der Ammoniten, welche bis von 65 Millionen Jahren in den Urmeeren unserer Erde lebten, sind ein wahres Wunderwerk, welches bis heute Mathematiker und Techniker beschäftigt. «Ammoniten-basierte fraktale Schalenversteifungen zur mechanischen Verstärkung von technischen Aussenhäuten an Leichtbaukonstruktionen» heisst zum Beispiel ein Text, welcher zu einem Bionik-Wettbewerb vom Deutschen Technikmuseum in Berlin herausgegeben wurde. Auch Norbert Muspach ist seit seiner Jugend, deren erste Jahre er in Belgien verbrachte, von allen Naturerscheinungen begeistert. Und mit dem Ammoniten-Thema hat er sich nach einem langjährigen Afrika-Aufenthalt so recht mit seinem neuen Lebensort, dem Laufental verbinden können; ist doch der Laufentaler Untergrund gespickt mit den «Steinzeugen» unserer Vorwelt – den versteinerten Überbleibseln der Kopffüssler, mit denen der heute noch lebende Nautilus verwandt ist.

Muspachs Ammoniten kommen bildnerisch sehr lebendig daher. Der Maler/Zeichner verfügt über eine schöne Virtuosität; Linien und Flächen sind auch in den grossen Formaten sicher gesetzt und haben nichts Akademisches an sich. Malschicht für Malschicht nimmt der jeweilige Ammonit Gestalt an und realisiert sich als bildnerisches Objekt im künstlerischen Prozess, der seinen Aufbau für den Betrachter transparent lässt. Die Musikalität der Spirale und die organisch fliessende Rhythmik der Binnenstrukturen sind präzis wiedergegeben, nicht in einem kopierenden Sinne, sondern durch die subtile Verdichtung von Farbe, Fläche, Linie und Helldunkel, die ein eigenständiges und doch wahres Bild entstehen lässt.

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