Solidarität für mehr Sicherheit

Nach mehr als 10 Jahren wagt der Kanton einen weiteren Anlauf. Die Hinterfeldstrasse, Verbindungsstrasse in Zwingen zwischen Breitenbach und der H18, soll verbreitert werden. Das Mitwirkungsverfahren läuft.

Gefährliche Hinterfeldstrasse: Während das Postauto die Passagiere einsteigen lässt, überholt ein Fahrzeug an der relativ unübersichtlichen und engen Stelle. Für die Verbreiterung der Strasse sollen unter anderem die beiden Linden (links) gefällt werden. Foto: Gaby Walther

10000 Fahrzeuge fahren täglich auf der Hinterfeldstrasse durch Zwingen. Die Kantonsstrasse ist nicht nur Verbindungsstrasse zwischen Breitenbach und der H18, sondern auch Schulweg und Bestandteil dreier kantonaler Radrouten. Trottoir und Fahrbahn sind jedoch sehr schmal, eine Fahrradmarkierung existiert nicht. Das Kreuzen zweier Lastwagen ist schwierig. Das hohe Gefahrenpotenzial ist dem Kanton Baselland ­bewusst und seit mehr als 10 Jahren bestehen verschiedene Projekte zur Verbreiterung, die am Widerstand der Anwohnenden, die Land abgeben müssten, bisher scheiterten. Nun wagt der Kanton einen weiteren Anlauf. Am Montag lud er in Zwingen zur Infoveranstaltung ein.

«Die 400 Meter lange Strasse bietet einige Anforderungen, die Eingriffe sind schwierig, und es braucht viele Kompromisse, um den Abschnitt sicherer zu machen», erklärte Isaac Reber, Regierungspräsident und Vorsteher der Bau- und Umweltschutzdirektion. Oliver Jacobi, Projektverfasser, zeigte die verschiedenen geplanten Massnahmen auf. Nebst der Erneuerung und Verbreiterung der Kantonsstrasse sollen die Einfahrten von der Zufahrtsstrasse auf die Hinterfeldstrasse sicherer werden, behindertengerechte Bushaltestellen entstehen und mit Bodenmarkierungen der Weg zum Dorfzentrum erkennbarer werden. Für die neue Bushaltestelle an der Hinterfeldstrasse müssen die beiden Linden beim Friedhofvorplatz gefällt werden.

Das Bauprojekt sieht vor, dass die Hinterfeldstrasse von der Kreuzung Löwenplatz bis zur Einmündung der Dorfstrasse vor der Brücke über die SBB-Gleise erneuert wird. Die Strasse soll in eine Kernfahrbahn (der Mittelstreifen fehlt) mit beidseitigen Radstreifen umgebaut werden. Mit dieser knappen Strassenbreite bewegt sich der Kanton an der empfohlenen Grenze. Der Ausbau zur Normalbreite hätte zusätzlicher Landerwerb von 2,5 Meter Breite bedeutet. Zu schmal ist heute auch das einseitige östliche Trottoir mit einer Breite von 1,5 Metern. Eine frühere Variante sah auf der Westseite eine indirekte Fusswegführung durch den Grossgarten vor, wurde aber wegen des Widerstands der Anwohner verworfen, ebenso eine Lösung mit beidseitigem Trottoir entlang der Kantonsstrasse. Die neue Variante sieht grösstenteils auf beiden Strassenseiten Trottoirs vor sowie eine Fusswegverbindung auf der Westseite über den Kirchweg.

Dass die Hinterfeldstrasse sicherer werden muss, war allen rund 80 Anwesenden der Infoveranstaltung klar. ­Aufgebrachte Meinungen wurden verständlicherweise von Anwohnenden geäussert, die zur Realisierung des Projekts Land abgeben müssen. Insgesamt 1353 Quadratmeter Land beträgt dies. Dass aber auch Solidarität gefragt ist, um das Projekt realisieren zu können, war allen bewusst. Urs Oberli, Projektleiter Tiefbauamt BL, forderte die Betroffenen auf, sich bei ihm zu melden und ihre Anliegen anzubringen. Bis am 12. Dezember läuft das Mitwirkungsverfahren. Voraussichtlicher Baubeginn ist der Sommer 2026. Die Bauzeit wird bei 12 bis 15 Monaten liegen. Es muss mit einer Verkehrsbehinderung von 8 bis 12 Monaten gerechnet werden. Exklusiv Landerwerb wird der Ausbau den Kanton rund 5 Mio. Franken kosten.

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