Mehr Platz für einheimische Pflanzen

Eigentlich war der Neophyten-Tag schweizweit abgesagt, doch eine Klasse aus Laufen meldete sich trotzdem freiwillig dafür an.

<em>Teamwork:</em> Durch die gute Zusammenarbeit riss die Klasse in Rekordzeit das unerwünschte Grün heraus. Foto: Zoe Zbinden
<em>Teamwork:</em> Durch die gute Zusammenarbeit riss die Klasse in Rekordzeit das unerwünschte Grün heraus. Foto: Zoe Zbinden

Einmal im Jahr findet im ganzen Land der Neophyten-Tag statt, an welchem sich tausende Kinder und Jugendliche für die einheimische Flora einsetzen. Doch dieses Jahr sollte aufgrund des Coronavirus keiner stattfinden, da die vom Bundesrat erlaubte Gruppenanzahl überschritten werden würde. Trotzdem traf sich letzten Mittwochmorgen eine achte Klasse der Sekundarschule Laufen, um bei der Bekämpfung der Neophyten zu helfen.

Das Wort «Neophyt» stammt aus dem Griechischen und bedeutet «Neu-Pflanze». Es handelt sich dabei um Pflanzen, die in Europa nicht heimisch sind und durch ihre schnelle Ausbreitung die lokale Pflanzenvegetation gefährden.

Die Lehrpersonen und Jugendlichen der freiwilligen Klasse waren der Ansicht, dass etwas Hilfe in diesen turbulenten Zeiten sicher willkommen wäre, und meldeten sich daher beim Werkhof in Laufen, der sich sehr über die Unterstützung freute.

Die vierzehn bis sechzehnjährigen Schülerinnen und Schüler begaben sich zusammen mit ihren beiden Lehrpersonen Gisela Imark und Stefan Moser zu einer Magerwiese in der Nähe des Steinbruchs. Dort wurden sie von Urs Schaffner, dem stellvertretenden Leiter des Werkhofs Laufen, instruiert.

Fleissige Helferinnen und Helfer

An diesem Mittwochmorgen ging es dank der Hilfe der Jugendlichen der Goldrute an den Kragen. Die Goldrute stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde im fünfzehnten Jahrhundert nach Europa gebracht. Sie ist eine der häufigsten invasiven Pflanzen in der Schweiz und nur schwer zu bekämpfen. Wichtig ist es, die Goldrute noch vor ihrer Blüte auszureissen, da sie sich sonst viel zu schnell verbreitet. Bis zu dreihundert Goldruten können auf einem einzigen Quadratmeter spriessen. Die Jugendlichen packten die herausgerissenen Stängel in Abfallsäcke, da sie anschliessend verbrannt werden mussten, Kompostierung alleine hält die Pflanze nicht von der Vermehrung ab.

Urs Schaffner zeigte sich begeistert vom Tempo der Klasse. «Man merkt, dass diese Klasse freiwillig hier ist. Ich sehe selten so schnelle Helfer», lobte er.

Diese paar Stunden waren zwar nur ein sehr kleiner Schritt in der Bekämpfung der Neophyten, denn die Bekämpfung dieser Pflanzen gibt laufend zu tun.

Urs Schaffner, Gisela Imark und Stefan Moser hoffen jedoch, dass die Jugendlichen etwas aus der Arbeit gelernt haben. Damit sie in Zukunft vielleicht ihren eigenen Kindern zeigen können, wie Neophyten wie die Goldrute richtig bekämpft werden können.

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