Malen mit dem Stoff des Partners

Das Kulturforum Laufen zeigt eine neue Ausstellung. Karin Stauffer und Norbert Eggenschwiler bespielen die Galerie im alten Schlachthaus.

Unterschiedliche Darstellungsarten, gemeinsamer Werkstoff: Karin Stauffer und Norbert Eggenschwiler. Foto: Martin Staub
Unterschiedliche Darstellungsarten, gemeinsamer Werkstoff: Karin Stauffer und Norbert Eggenschwiler. Foto: Martin Staub

dust. Plakatwände in der Galerie Kulturforum Laufen? Nicht ganz. Aber Karin Stauffer orientiert sich in ihrer Malerei an diesem Thema. Ihre Bilder, welche in dieser und der kommenden Woche hier zu sehen sind, zeigen nur noch Fragmente. Wenige Papierschnitzel, realistisch wiedergegebene Strukturen einer «verlassenen» Plakatwand, Spuren von Klebern, Klammern oder Nägeln erinnern an die Botschaften, die hier einmal werbewirksam waren. Die 47-jährige Künstlerin holt sich ihre Inspirationen vorwiegend in Andalusien, deshalb benennt sie ihre «Plakate» auch «Cartel» und ihre anderen Werke ebenso in Spanisch. Karin Stauffer, Tochter des bekannten Balsthaler Malers Bodo Stauffer, ist gelernte Buchbinderin. Für ihre Werke verwendet die Künstlerin nebst Acrylfarbe auch Steinstaub, der aus den Bildhauerarbeiten ihres Partners Norbert Eggenschwiler anfallen. Eine ausgezeichnete Methode, um ihren Bildern den Charakter der südspanischen Steinwände zu verleihen.

Norbert Eggenschwilers Skulpturen ergänzen die Bilderausstellung seiner Lebenspartnerin als wohltuender Kontrast. «Es sind Geschichten, die mich veranlassen, diese in einem anderen Kontext in Stein, Zement, Eisen oder Bronze zu gestalten», erklärt er. So wirkt der leicht angerostete Frühstückszopf in Eisen auf den ersten Blick wie frisch aus dem Ofen.

Peter Dietschi, Freund des Künstlerpaares aus Balsthal, verglich anlässlich der Vernissage vom vergangenen Freitag die beiden in seiner Einführung mit einer glänzenden Medaille, die zwei ganz verschiedene Prägungen zeige. «Trotzdem bilden nur beide Seiten zusammen die Medaille», erklärte der Bauingenieur, der sich nicht anmassen wollte, die Kunstwerke fachmännisch zu beschreiben. Als Personen umschrieb er sie aber sehr genau: «Karin empfinde ich als weich, zierlich, vielschichtig und fliessend, die sich in ihren Bildern dem Vergänglichen widmet, Norbert als gestandenes, kräftiges Mannsbild, das mit schwerem Material Ästhetisches, Feines und Unvergängliches schafft.»

Karin Stauffer und Norbert Eggenschwiler präsentieren ihre Kunstwerke seit vielen Jahren einzeln, aber auch gemeinsam, wie hier im Alten Schlachthaus. Der Bildhauer hat übrigens vor kurzem auch den Innenraum der Kirche Duggingen mitgestaltet (das Wochenblatt berichtete).

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