Lohnende Entdeckungsreise

Die Wahlbärschwilerin Ingrid Gygax ist seit über 40 Jahren künstlerisch tätig und in Fachkreisen längst bekannt. In der Galerie Alts Schlachthuus ist sie zum ersten Mal in einer Einzelausstellung präsent. Und das gleich mit über 60 Werken.

<em>Stimmige Ausstellung: </em>Ingrid Gygax mit Bildern und Objekten. Foto: Martin Staub
<em>Stimmige Ausstellung: </em>Ingrid Gygax mit Bildern und Objekten. Foto: Martin Staub

Trotz der Fülle von Bildern und Objekten wirkt die Ausstellung angenehm und stimmig. Ausnahmslos war anlässlich der Vernissage vom letzten Freitag bei den rund 50 Besucherinnen und Besuchern Begeisterung zu spüren, was sich an der stetig wachsenden Zahl an roten Punkten eindrücklich bestätigte.

Ingrid Gygax’ Werke stilistisch zu charakterisieren, ist unmöglich. Auf den ersten Blick abstrakt, dringt beim Nähertreten Gegenständliches hervor: ein Requisit aus dem Supermarkt, ein Fragment eines Zeitungsausschnitts, ein Stück Heiligenbild und vieles mehr. «Was mir halt so über den Weg läuft», sagt die aus Essen stammende Künstlerin.

Gestalterisch bleibt sie konsequent: Wechselnd in alle Grautöne zwischen Weiss und Schwarz, abdriftend nur in Erdtöne, welche ihrer «Farbpalette» aus unzähligen Naturmaterialien geschuldet sind: Ingrid Gygax malt und gestaltet mit Acryl, aber auch mit Steinmehl, Kaffee, Papier, Metall, Wachs, Bitumen und – ja sogar mit Hagebutten. Letztere sorgen dann farblich für die berühmte Ausnahme, welche die Regel bestätigt.

«Auch die Zeit ist ein Maler», soll vor über zweihundert Jahren der spanische Maler de Goya gesagt haben. Peter Steingruber, Konrektor der Gewerbeschule Luzern und Freund von Ingrid Gygax, nutzte dieses Zitat als Einstieg in seine Eröffnungsansprache, um zu zeigen, dass sich Bilder im Laufe der Zeit auch verändern dürfen. Optisch ist davon in der ausserordentlich sorgfältig gestalteten Ausstellung noch nichts auszumachen. Aufgrund der vielen verwendeten Materialien scheint es aber gut vorstellbar, dass Oxydation und Patina im Laufe der Zeit eine gewisse Entwicklung sichtbar machen könnten, was aber der Qualität der Werke sicher keinen Abbruch tun wird.

So gern die Künstlerin malt, gestaltet sie auch kleine Skulpturen, welche meist eine lustige Geschichte erzählen. Deshalb wohl tragen diese, im Gegensatz zu den Bildern, auch Titel: Rockability, Familie Mohn, Spiesser und Ähnliches. Schalk und Humor, die Ingrid Gygax in diesen Objekten aufblitzen lässt, sind übrigens auch im einen oder anderen Bild auszumachen. Die Suche nach diesen lohnt sich genauso wie der Besuch der Ausstellung.

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