Laufen – Höhepunkt der Lesefiebertour

Die Literaturbloggerin Manuela Hofstätter verbreitete in der Stedtlibibliothek in Laufen Lesefieber. Live dabei eine Autorin und ein Autor.

«Durstig» thematisiert das Sterbefasten: Manuela Hofstätter (l.) befragt die Autorin und Journalistin Martina Rutschmann zu ihrem
«Durstig» thematisiert das Sterbefasten: Manuela Hofstätter (l.) befragt die Autorin und Journalistin Martina Rutschmann zu ihrem

Mit 10000 Followern ist Manuela Hofstätter die Bücherbloggerin Nummer eins der Schweiz. Am letzten Sonntag war sie zum dritten Mal Gast in der Stedtli- bibliothek Laufen. «Laufen ist für mich ein Stück Heimat geworden», erklärte die Buchhändlerin in breitem Berndeutsch. Laufen sei der Höhepunkt ihrer Lesefieber-Tour. Tatsächlich scheint es in Laufen langsam bekannt zu sein, dass «Frau Lesefieber» ihre Buchbesprechungen unkonventionell, mit viel Herzblut, Spannung und Charme vorträgt. So war der Raum in der Bibliothek mit rund 40 Personen bestens ausgefüllt.

Zwölf Bücher standen auf der Liste, darunter eines, welches für den Schweizer Buchpreis 2017 nominiert wurde. «Das kürzere Leben des Klaus Halm» von Lukas Holliger habe zwar am 12. November nicht den ersten Preis gewonnen, sei aber lesenswert, so Hof-stätter. «Der Verlag Zytglogge ist ein Garant für gute Bücher.» Das Durchkämpfen durch die ersten zwei Kapitel lohne sich, denn dann werde man mit einer Geschichte entschädigt, bei der alles verdreht sei und die einem überraschen würde. Persönlich hätte Hofstätter den Buchpreis an den Schriftsteller Urs Faes vergeben. Doch mit Preisen sei es sowieso eine schwierige Sache. Sie mache immer einen grossen Bogen um Bücher mit dem Kleber «Spiegel-Bestseller». Das Buch von Mariana Leky, «Was man von hier aus sehen kann», habe sie gelesen, bevor es den Kleber bekam. Bei diesem Buch sei der Kleber jedoch gerechtfertigt: «Das Buch muss gelesen werden!»

Selber vergibt auch Hofstätter einen unabhängigen Literaturpreis nach ihrem persönlichen Geschmack. Die Lesefieber-Feder 2017 erhielt die Journalistin Martina Rutschmann mit ihrem Debütroman «Durstig». Das Buch thematisiert das Sterbefasten, beinhaltet aber auch zwei Liebesgeschichten. Es geht um Abschiednehmen, aber auch um Lebenslust und Freude. «Mein Grossvater hatte sich für diese Art von Sterben entschieden. Er wollte klar und glücklich aus dem Leben scheiden. Dieses Erlebnis habe ich in meiner fiktiven Geschichte verarbeitet», erzählte Rutschmann, die für den Literaturmorgen nach Laufen gekommen war. Hofstätter durfte noch einen zweiten anwesenden Autor vorstellen. Mathias Kressig hatte in seinem Erstlingswerk «Mythos» einen Krimi mit viel geschichtlichem Hintergrund geschrieben. Obwohl er Geschichte lehre, habe er beim Recherchieren viel Neues über die Geschichte der Schweiz erfahren, erzählte der Lehrer, welcher in Laufen unterrichtet.

Krimi, Liebesgeschichten, Wahres und Tragisches – lustvoll hatte Manuela Hofstätter Bücher aus verschiedenen Sparten präsentiert und zum Lesen animiert. Die Liste der vorgestellten Bücher und die Rezensionen dazu sind auf ihrem Blogg www.lesefieber.ch zu finden. Ebenso können die Bücher in der Stedtlibibliothek ausgeliehen werden.

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