Kleider flicken, weil Kleider kostbar sind

Am 19. Oktober findet zum achten Mal der internationale Repair Day statt. Auch Kleider lassen sich reparieren bzw. flicken — zum Beispiel bei Lisa Grundwürmer in Röschenz.

Flickservice: Lisa Grundwürmer in ihrem Atelier in Röschenz. Nebst dem Flicken von Kleidern entwirft und produziert die Modedesignerin Taschen. Foto: Gaby Walther

Wer kennt sie nicht, diese kleinen Löcher im unteren Teil des Pullovers oder des T-Shirts? Ärgerlich, entstehen sie doch mit Vorliebe im Lieblingsteil. Was nun? Fortwerfen? Oder auf den Stapel der zu flickenden Kleider und zu kürzenden Hosen legen und hoffen, dass man irgendwann Zeit hat, sich dieser Arbeit anzunehmen? Wer dazu keine Lust hat oder wem das handwerkliche Geschick fehlt, kann die Kleidungsstücke in den Flickservice bringen — zum Beispiel zu Lisa Grundwürmer in Röschenz. «Das ist gar nicht so teuer», findet die gelernte Modedesignerin mit bayrischem Akzent. Vor ihr liegt gerade ein gesammelter Haufen an verschiedenen Kleidungsstücken. 60 Franken verlangt sie für die drei T-Shirts und einen Pullover zum Flicken und die drei Paar Hosen zum Kürzen. Es sind keine Designerstücke aus auserlesenem Material, die vor ihr liegen, sondern ganz gewöhnliche Kleider. Es sind Lieblingsstücke, welche die Trägerin nicht fortwerfen möchte.

«Es macht Sinn, Kleider zu flicken, weil Kleider kostbar sind. Wir wissen alle, was auf der Welt passiert. Es gibt keinen Grund, sich für geflickte Kleider zu schämen. Zur Kleiderherstellung braucht es zum Beispiel viel Wasser und Chemikalien. Daher ist es sinnvoll, Kleider länger in der Zirkulation zu behalten und sie auszutragen», erklärt Lisa Grundwürmer. Somit sei es nicht nur ein finanzieller Entscheid, wer seine Kleider flicken lässt, sondern auch ein Grundsatzentscheid, nämlich wo die Welt hingehen solle. «Wir können die Textilwirtschaft nicht verändern, aber verlangsamen.» Grundwürmer hat eine Kundin, die sogar die Kinderkleider reparieren lässt, bevor sie diese weitergibt. Andere lassen die Aufhänger an den Geschirrwaschtüchern wieder annähen, Bettwäsche flicken oder Reissverschlüsse auswechseln. Lisa Grundwürmer selber trägt fast nur Secondhandkleider. Sie liebt Mode, aber die Unmengen in den Kleiderläden würden sie überfordern. Nebst ihrem Flickservice kreiert sie in ihrem Atelier aus verschiedenen, gesammelten Materialien Taschen und arbeitet zu 40 Prozent in einem Altersheim, wo sie ebenfalls Kleider flickt und umändert.

Flickservice: Lisa Grundwürmer, Fluhstrasse 2, Röschenz, Tel. 079 811 80 44, Termin nach Vereinbarung

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