Das Grosse denken und dabei das Kleine nicht vergessen

Im Wandel: Das Birsufer im Bereich «Alts Schlachthuus» präsentiert sich unterdessen völlig verändert. Foto: zvg / Ruedi Hofer
Im Wandel: Das Birsufer im Bereich «Alts Schlachthuus» präsentiert sich unterdessen völlig verändert. Foto: zvg / Ruedi Hofer

«Die schnell Fliessende» – so lautet der Name der Birs etymologisch. Und tatsächlich, der Fluss machte seinem Namen alle Ehre letzten Samstag, auf den das Tiefbauamt BL zur ersten von drei Baustellenbesichtigungen zum Hochwasserschutz in Laufen geladen hatte.

Trotz misslicher Wetterbedingungen trafen sich 17 Personen beim Info-Center im ehemaligen Spilag-Gebäude. Ruedi Hofer, Bauingenieur ETH, begrüsste die Gruppe und lud dazu ein, die Dauerausstellung zu besichtigen. Diese gibt informative Einblicke in die landschaftliche Entwicklung rund um den Wasserfall. Verblüffend waren die Animationen auf dem 3D-Modell. Den Besucherinnen und Besuchern wird damit ein visueller Eindruck des Birslaufes in zwei bis drei Jahren vor Augen geführt und sie können sich ein Bild vom «Vorher» und «Nachher» machen, also dem Ist-Zustand im Bereich Norimatt und dem zukünftigen oberhalb der Naubrücke. Die Verbreiterung des Flussbettes ist eine erste Möglichkeit, die Kapazität der Birs zu erhöhen, die Eindämmung mittels Mauern und Dämme eine zweite. Die erste kommt im Bereich Alts Schlachthuus und Norimatt zum Tragen, die andere flussaufwärts. Das Hauptziel des Hochwasserschutzes ist die Verhinderung zukünftiger Überschwemmungen im Stadtkern und den birsnahen Quartieren. Da durfte natürlich ein Blick zurück auf die beiden Hochwasser von 1973 und 2007 nicht fehlen. Nebst eindrücklichen Zahlen zu Wassermassen und Fliessgeschwindigkeit waren die Reminiszenzen und persönlichen Erfahrungen einzelner Teilnehmer eine willkommene Abwechslung.

Beim Güschbach handelt es sich um einen unterirdischen Bach, der im Gebiet Rennimatt entspringt, entlang der Amt-hausgasse ostwärts fliesst und beim Kinderspielplatz in die Birs mündet. Ruedi Hofer verstand es, das Interesse der Besucher auf solche «kleinen Fische» zu lenken, und zeigte das Problem des Rückstaus und dessen Lösung durch unterirdische Ableitung des Wassers ins Kanalisationsnetz. Nach zwei Stunden Führung betrachtete wohl manch ein Besichtigungsteilnehmer die raumplanerische Sicht der Fachleute und die landschaftlichen Konsequenzen daraus differenzierter und positiver.

Wer sich selber ein Bild machen will, dem sei die Ausstellung «Hochwasserschutz Laufen» im Info-Center, Baselstrasse 80 (ehem. Spilag-Gebäude) empfohlen.

Dieter Studer

Öffnungszeit: Samstag, 14–17 Uhr. Freier Eintritt. www.bl.ch/infocenter-laufen.Nächste Baustellenführungen: Freitag, 28. November, 14–16 Uhr; Freitag, 27. Februar 2026, 14–16 Uhr.

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