Kerns rote Osterhasen

Seit Aschermittwoch stehen die Regale der Grossverteiler voll mit Schoggihasen aller Formen und Grössen. Auch die Konditoreien der Region bieten davon die etwas feineren Kreationen an und erfreuen so am kommenden Sonntag nicht nur Kinderherzen.

Heisse Angelegenheit: Stefan Kern füllt die Zuckermasse in die Gussform.  Fotos: Martin Staub

Heisse Angelegenheit: Stefan Kern füllt die Zuckermasse in die Gussform. Fotos: Martin Staub

Operation gelungen: Die roten Hasen sind geboren.

Operation gelungen: Die roten Hasen sind geboren.

Den Schoggihasen ist etwas gemeinsam. Die braune Farbe der Schokolade, die es allenfalls noch in verschiedenen Schattierungen zwischen dunkelbraun und weiss gibt.

So präsentieren sich auch die Osterhasen aus der Konditorei Confiserie Kern im Laufner Stedtli. Um dieser vorösterlichen Monokultur etwas Farbe zu geben, hat sich Stefan Kern etwas einfallen lassen und tief rote Hasen kreiert. «Aus einer hausgemachten Zuckermasse, welche geschmolzen und in spezielle Formen gegossen wird und darin auskühlt», wie der Confiseur erklärt. Nach wenigen Minuten nimmt er die Spritzgussform weg, und ein roter Zuckerhase steht da. Zwar zum Verzehr bestimmt, aber so zierlich und speziell, dass dies dafür fast zu schade ist.

Die roten Zuckerhasen hat Stefan Kern im süddeutschen Raum entdeckt. «Dort gelten diese als Tradition seit Ende des Zweiten Weltkriegs, als die Zuckerkontingente aufgehoben wurden», weiss der Laufner Bäcker-Konditor. Seit Jahren kümmert er sich deshalb darum, solche Gussformen zu sammeln, in denen man die über 150-grädige Zuckermasse einfüllen kann. Dieses Jahr wagte er es zum ersten Mal, seine noch bescheidene Sammlung auch wirklich für die Herstellung von roten Zuckerhasen zu nutzen.

Stefan Kern zeigt dem Wochenblatt diese mit viel Liebe ausgeschaffenen Formen, alle bis zu 70-jährig, welche die kleinen Kunstwerke aus rotem Zuckerguss hervorbringen. Wer sich ein solches noch fürs Osternest ergattern will, muss sich sputen. Schöne Ostern.

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