Keramik Laufen feiert mit der Bevölkerung

Der Andrang am Besuchstag zum 100. Geburtstag der Laufner Sanitärkeramik war riesig — trotz Sommerhitze. Rege genutzt wurde die Gelegenheit einer fachlichen Betriebsbesichtigung. Der Rundgang konnte auch auf eigene Faust durchlaufen werden.

Toilettenproduktion: Bruno Utz (l.) erklärt das Auffüllen der Gipsformen mit Keramikmasse durch Schläuche. Foto: Martin Staub

Vor hundert Jahren lagen die ersten ­keramischen Spültische fertig und sorgfältig in Stroh gepolstert in der Produktionshalle der Keramik Laufen. Dieses Jubiläum sollte am vergangenen Samstag mit der interessierten Bevölkerung gefeiert werden, fand die Geschäftsleitung und öffnete die Türen zu den Produktionshallen von modernen Lavabos und Toiletten.

Begonnen hat die ehemalige Tonwarenfabrik im Jahre 1892 mit der Herstellung von Ziegeln und Backsteinen. Der Rohstoff dafür — brauner Ton — lag sozusagen «um die Ecke» in Laufen und in der nahen Umgebung. Die Rohstoffe für moderne Sanitärkeramik müssen aus dem europäischen Raum bezogen werden. Die grosse Waage beim Eingang zum Rohstofflager sei der Start zur Produktion, erklärte Bruno Utz, der unter anderen die begehrten rund einstündigen Führungen anbot. «Die Camions werden hier gewogen, der Inhalt wird im Labor überprüft und — bei positivem Befund — im entsprechenden Abteil entleert», erklärte der Key-Account-Manager der Firma.

Interessantes zeigte der Schaukasten zu Beginn des Rundgangs, in dem der Weg eines neuen Produktes dargestellt ist. «Von der Zeichnung bis zum serienmässig produzierten Produkt dauert es rund zwei Jahre», informierte Utz.

Der Parcours führte durch die Produktionsräume der Toiletten, die in Gipsformen gegossen werden. «In einer Form entstehen nur zwei Toiletten pro Tag und nach insgesamt 120 Stück muss die Gipsform ersetzt werden», erwähnte der Gruppenbegleiter. Die einzelnen Phasen eines Klosetts wurden auf dem Rundgang mehrmals dokumentiert, von der frisch gegossenen Form über die Trocknung bis zum fertig gebrannten Produkt, das durch den Schwund um rund zwölf Prozent kleiner wird. Nebst viel Handarbeit bei Standardprodukten sind auch Roboter aus der modernen Produktion nicht mehr wegzudenken. Auch diesen begegneten die Besuchenden auf der interessanten Führung.

Die Hitze stieg gegen Ende der Besichtigung langsam an, man näherte sich dem durch eigenen Solarstrom betriebenen Brennofen. «Hier durchlaufen unsere Produkte die gesamten 102 Meter in 22 Stunden. Sie werden kontinuierlich aufgewärmt, in der Ofenmitte bei rund 1300 Grad gebrannt, um dann ganz sanft wieder abzukühlen», erklärte Bruno Utz. Formen ohne Hohlräume, wie beispielsweise Lavabos, werden zwar wie alle anderen Produkte gebrannt, verlieren aber kaum an Volumen. Utz informierte: Für solche Formen haben wir die sogenannte Saphirkeramik entwickelt. Die Rohstoffmasse wird mittels hohen Druckes in die Form gepresst und verliert so den grössten Teil des Wassers, sodass diese Formen auch im Brennprozess stabiler bleiben.

Nach dem Rundgang genossen die zahlreichen Besucherinnen und Besucher die grosszügige Festwirtschaft mit musikalischer Unterhaltung beim modernen ebenfalls geöffneten Showroom Laufen Forum.

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