Unter nass-farbigem Konfettiregen
Für feuchtfröhliche Stimmung sorgte in diesem Jahr nicht nur der Alkohol: Viel Regen fiel während der Fasnachts-tage. Immerhin die Umzüge am Sonntag konnten bei trockenem Wetter durchgeführt werden — so auch jener in Laufen.
48 Formationen drehten am Sonntag zweimal ihre Runde durch Laufen — und dies bei trockenem Wetter. Dementsprechend war die Stimmung perfekt und viele Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten den farbenfrohen und fantasievoll gestalteten Umzug. In diesem Jahr stand hauptsächlich das lokale Geschehen im Vordergrund. Skifahren war unter anderem ein grosses Thema. So nahmen sich logischerweise die beiden Zwingner Gugge das Skilager zum Motto: «Skilager ade, Rio ole», hiess es bei den Lumpesammlern und die Chummerbuebe meinten: «Zwinge wird skilagerfrei? Was wird ächt die nöchscht Sauerei?» Die Wagen-Clique Batallion schrieb: «Schlitte oder Ski, Hauptsach drbi» und die Windleseicher machten sich gerade selber zum Skiresort, während den Chaote-Waggis das Skifahren zu teuer wurde: «Skifahre isch früener Volkssport gsi, hüt bruchsch Lohn wie en CEO mit Fantasie».
In nostalgischem Schwermut befanden sich auch andere Formationen. Die Millennium-Waggis fuhren mit Kirche und Beichtstuhl auf und nahmen das Thema Glocken, die in Laufen nun um 7 Uhr und nicht mehr um 6 Uhr läuten, zum Thema: «Lüt schlofe länger, muesch nüm frieh use, Home-Office sei dank, d Lüt wei länger pfuuse. Und do drbi isch dä ‹Lärm› halt kontraproduktiv. Aber i d Nöchi vonere Kilche go wohne, nid e bits naiv?» Die Konsuum Waggis stellten fest, dass im Restaurant Ochse nun thailändisch gekocht wird und die Hofnarre wie auch die Hornviehzunft beklagten das Beizen-sterben. Die Guggenmusik Agfrässeni ging noch weiter und schrieb zur Schliessung des Konzertorts Biomill: «Juhee, mir fahre alli mitenang, euseri Jugendkultur a d Wang. Die goldige Zite si passés, chasch si nur no im Museum gseh.»
Pfluderi Fäger freuten sich dank dem Hochwasserschutz auf die entstehende (N)Auelandschaft. Die Hammer Waggis fanden jedoch: «Anstatt Millionen id Naubrugg z investiere, chönt dr Kanton au d Laufner Fasnacht subventioniere». Die Nasegrübler hatten ihren eigenen Plan, den Bahnausfall vom letzten Sommer zu überwinden: «Kei Bahn? Euse Plan…blib Deheime…und drei Dir eine!», während die Haxenwaggis die vielen Baustellen beklagten.
Ein paar wenige Wagen kommentierten das Weltgeschehen. Chläbber-Pfludde: «Wenn das so witer goht, bisch froh wenn euse Bunker no stoht» und für die Heimat-Waggis gilt «D Wält isch e reini MASKE-Rade». Natürlich wurden auch einige Jubiläen gefeiert, so existiert die Lufthüler-Clique seit 30 Jahren, während die Ysfäger «Tschüss» sagten. Fazit: Ein schöner Umzug mit spannenden Themen, tollen Kostümen und aufwändig gebauten Wagen.
















