Schnitzelbangg-Gala läuft nicht einfach, sie galoppiert
Die Schnitzelbangg-Gala am Fasnachtsmontag entführte das Publikum auf einer vierstündigen Reise mit Poesie und Kreativität dorthin, wo die Region, die Schweiz und die Welt Schlagzeilen machten.
Glory Halleluja! Das Eröffnungsmedley der Pfluderi Fäger nahm vorweg, wie sich die Besucherinnen und Besucher nach der rund vierstündigen Schnitzelbangg-Gala im Centralsaal in Laufen fühlen werden: die Augen glänzend, der Bauch immer noch etwas unter Spannung vom Lachen und das wundersame Gefühl, wie schnell ein langer Unterhaltungsabend vergehen kann.
Zum zweiten Mal fand am Fasnachtsmontag «Am LAUFENden Bangg» statt. Obwohl der Anlass vom Alter her noch als Buschi durchgehen würde, entsprach die Besetzung einer in der Region vernetzten, gestandenen Persönlichkeit. Wer viel Lokalkolorit erwartete und sich auf holprige Verse eingestellt hatte, war schon länger nicht mehr an der Fasnacht und wurde mit der Geschwindigkeit von Konfetti aus einer Kanone in die Gegenwart katapultiert: sorgfältig gemalte Helgen, feine Verse von bitterbös bis urkomisch und eine musikalische Gestaltung, die den Vergleich mit UNESCO-Basel nicht scheuen muss.
Bängge aus Basel
Dieses Basel, von Moderator Daniel Schreier ironisch als «grössere Stadt 20 Kilometer weiter unten» bezeichnet, war mit mehreren Bänggen vertreten. Dass diese Engagements der IG Schnitzelbangg gelangen, ist der zunehmenden Bekanntheit lokaler Bängge zu verdanken. Diese schöpften ihre städtischen Kontakte aus und konnten so d’Schnapsbagge, d’Giftspritzi und den Gnallfrosch engagieren. Bühne und Publikum wurden aber nicht etwa zum Testlauf für die Basler Fasnacht. Im Gegenteil: Jeder Bangg präsentierte Verse mit spezifisch regionalen Themen. So kamen unter anderem die Bancomat-sprengungen in Laufen und — express gedichtet — in Breitenbach zu Bangg-Ehren.
Rücktritt von Isaac Reber
Über die Hälfte des Abends gehörte der lokalen Bängglergemeinschaft. Die Stinggbire, dr Abgstämpfleti, Stonly & Only sowie d’Hoofnarre führten eine bunte Palette an Themen mit abwechslungsreicher gesanglicher und instrumentaler Untermalung vor. Eine ergiebige Quelle für Verse boten der orangehäutige Staatsmann ennet dem grossen Teich, die klammen Finanzen der Stadt Laufen und das Kirchengeläut. Das hingerissene Publikum wurde aber auch mit Versen zu topaktuellen Ereignissen überrascht: dem Dschungelcamp und dem Rücktritt von Regierungsrat Isaac Reber. Auch d’Lumpensammler aus Zwingen, seit ein paar Jahren in Basel auf den grossen Bühnen unterwegs, liessen sich nicht lumpen. Sie begaben sich in ihrem diesjährigen Programm sogar auf das sprachliche Glatteis und stimmten einen Vers in Französisch an.
Zu Gast aus der weiteren Region waren d’Landstryycher aus dem Oberbaselbiet und die Doppelstääb. Letztere schaffen humoristisch, was Politik und Volk nicht können und wollen, nämlich die beiden Basel zu vereinen. Beide Formationen begeisterten mit breiter Themenwahl, spritzigen Pointen und grossartigem Gesang.
Neuer Saal gesucht
Ein kleiner Stachel steckt in diesem unbeschwerten Abend: Das «Central» wurde bekanntlich verkauft und für die Durchführung im Jahr 2027 wird ein passender Saal gesucht. Aber bis es so weit ist, bleibt das Hochgefühl, das die engagierten Bänggler mit der Gala hervorgerufen haben. Glory Halleluja!








