Kampf gegen das Springkraut

Einwohner von Nenzlingen und Blauen rissen am Samstag im Langimattbachtal Drüsiges Springkraut aus. Die aus Indien eingeschleppte Pflanzenart gefährdet die einheimische Flora.

Gemeinsamer Einsatz für mehr Biodiversität: Blauner und Nenzlinger sagten dem Drüsigen Springkraut den Kampf an.   Foto: Dimitri Hofer
Gemeinsamer Einsatz für mehr Biodiversität: Blauner und Nenzlinger sagten dem Drüsigen Springkraut den Kampf an. Foto: Dimitri Hofer

Die Ufer des Langimattbaches im Grenzgebiet zwischen Blauen und Nenzlingen bieten für das Drüsige Springkraut ideale Voraussetzungen. Die ursprünglich aus dem asiatischen Raum stammende Pflanze kann an nährstoffreichen und feuchten Standorten besonders gut gedeihen. Für ihre Umgebung stellt das Gewächs mit den rosafarbenen Blüten jedoch eine Bedrohung dar. Das als Zierpflanze in unsere Breitengrade eingeführte Kraut rangiert in der Schweiz deshalb auf der Schwarzen Liste der sogenannten invasiven Neophyten. Diese gebietsfremden Spezies können bei der hiesigen Pflanzenwelt grosse Schäden anrichten.

Um den Eindringlingen Einhalt zu gebieten, trafen sich rund ein Dutzend Nenzlinger und Blauner am Samstagmorgen im Langimattbachtal. In einer von beiden Dörfern gemeinsam organisierten Ausreissaktion wurden grosse Mengen Drüsiges Springkraut getilgt. Beinahe problemlos liessen sich Tausende von Pflanzen an ihrem Stängel aus der Erde ziehen. Entlang des Nenzlingerweges entstanden mit der Zeit regelrechte Berge des ausgemerzten Krautes. Für Michael Oser von der Naturschutzkommission Nenzlingen ist klar, dass nur durch solch drastische Massnahmen die Ausbreitung der Pflanze in der Region eingedämmt werden kann. Ein bisschen enttäuscht zeigte sich der gebürtige Deutsche über die sehr geringe Zahl von Freiwilligen, die ihren Weg in das Gebiet nahe des Forstunternehmens Lorenz Vögtlin fand.

Eine davon war Erna Brunner. Die Nenzlingerin hat auf Spaziergängen mit ihrer Schwester bereits einige Male Drüsiges Springkraut ausgerissen. «Ich bin heute hier, weil ich festgestellt habe, dass die Vielfalt der Pflanzen früher um einiges grösser war», sagte sie. Dem kann Michael Oser ohne Zweifel beipflichten. Ein Grund für den Rückgang der regionalen Biodiversität seien eben invasive Neophyten. «Durch diese ist der Bestand an einheimischen Pflanzen, wie dem Storchenschnabel, zurückgegangen.» Aber auch Gras sei durch das Drüsige Springkraut bedroht, da es ihm schlicht und einfach den Platz wegnehme. Um dem Invasor auf lange Sicht erfolgreich entgegenzuwirken zu können, müsse die Pflanze laut Oser kontinuierlich ausgerissen werden.

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