Im Weltkrieg aus der Taufe gehoben

Seit 75 Jahren singt und juchzt der Jodlerklub Jurarösli Riederwald. Mit einem würdigen Festakt, einer Jodlermesse am Sonntag mit anschliessendem Jurassischem Jodlertreffen feierte der Verein das hohe Jubiläum.

75 Jahre und kein bisschen müde: Jodlerklub Jurarösli Riederwald.

75 Jahre und kein bisschen müde: Jodlerklub Jurarösli Riederwald.

Duo mit Pfiff: Christian und Jogg. Fotos: Jürg Jeanloz

Duo mit Pfiff: Christian und Jogg. Fotos: Jürg Jeanloz

Jodellieder verkünden Botschaften und gehören eigentlich in die Alpen» stellte Christian Steiner in seiner launigen Festrede klar. Der Jodel sei aber gar keine schweizerische Erfindung, frotzelte Steiner, sondern eine Japanische! So hätten Japaner auf einer Bergtour einen Transistorradio mitgenommen, um die Langeweile zu überbrücken. Als der Führer den Radio aus Unachtsamkeit fallen liess, schrie er seinem unteren Kameraden zu: «Hol du dl Ladio». Wie auch immer, der Jodlerklub Jurarösli wurde mitten in der Kriegszeit gegründet, vermittelte den Menschen viel Freude und trug zur Bewahrung des geschätzten Kulturguts bei. Sogar Theater wurden vorgetragen und eine Reise nach Amerika unternommen. Einzig der Nachwuchs mache Sorgen, war das Fazit von Steiner.

Vom bekannten Liesberger Komponisten Bruno Häner stimmte der jubilierende Verein das wunderschöne Lied «Uf der Falkeflue» an und liess zur Auflockerung und zum geselligen Anlass «Bim Stärnewirt» folgen. Zu Gast, wie könnte es anders sein, waren die Bärgbrünneler, die dem Jubilar den Geburtstagsjutz schenkten und mit dem Gassenhauer «Dini Seel la bambälä» die Gäste, Ehrenmitglieder und Vereinsdelegationen aufforderten, den Abend, wie es unter Jodlern Brauch ist, gemütlich anzugehen.

Als Überraschungsduett legten Christian und Jogg eine kecke Duetteinlage auf die Bretter und liessen mit dem Knaller «Ich schenke Dir ein Edelweiss die Stimmung hochgehen.

Die beiden Sänger verstanden sich als ehemalige Schulkameraden prächtig und doppelten mit Polo Hofers Blumen und dem Martinsglöggli mitreissend nach.

«Es braucht gute Kameradschaft, Freude am Singen und Idealisten, um ein solches Fest auf die Beine zu stellen», gratulierte Silvia Meister, Präsidentin des Nordwestschweizerischen Jodlerverbands. Mit einer Schweizer Standarte, einer Urkunde und einem Liedergutschein beschenkte sie die Riederwalder Jodlerinnen und Jodler. Der unermüdliche OK-Präsident Daniel Gygi verneigte sich vor den Rednern, den Vereinen und Gästen und forderte alle Sängerinnen und Sänger auf, gemeinsam das Lied «Schwäbeli» anzustimmen. Mit dem Schwyzerörgeli-Quartett «Bodeständig» klang der Abend würdig aus.

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