Hommage an zwei verdiente Laufentaler

Einst teilte der Heilige Martin seinen Mantel. Am Martinstag teilte auch das Museum Laufental etwas auf. Eine Sonderausstellung auf zwei verdiente Laufentaler: Den Künstler August Cueni und den Alpinisten Gottfried Jermann.

Sonderausstellung bis Mai/Juni 2017: Gottfried Jermann vor der Eigernordwand, die er 1947 zusammen mit dem Brüderpaar Hans und Karl Schlunegger als erste Schweizer Seilschaft bezwungen hat. Foto: Roland Bürki
Sonderausstellung bis Mai/Juni 2017: Gottfried Jermann vor der Eigernordwand, die er 1947 zusammen mit dem Brüderpaar Hans und Karl Schlunegger als erste Schweizer Seilschaft bezwungen hat. Foto: Roland Bürki

Er steht bereit auf dem Outdoor-Buffet, der Laufner Blauburgunder, den das Museum Laufental seit dem Jahr 2004 mit Sorgfalt so hegt und pflegt. Schliesslich gilt es, gebührend auf die Vernissage zur Sonderausstellung über den begnadeten Künstler und Zwingner Ehrenbürger August Cueni (1883-1966) und den kühnen Bergsteiger Gottfried «Godi oder Fred» Jermann (1902-1954) aus Dittingen anzustossen. Für Noemi und Wiktor, beim Museum für die Inventarisierung zuständig, der richtige Moment, den feinen Roten samt Speckzopf und «ergonomischem» Partyteller bereitzuhalten. «Mit dieser Sonderausstellung erinnnern wir an die 50 Jahre, die seit dem Tod des weitherum bekannten Malers August Cueni verflossen sind, richten gleichzeitig aber auch den Blick auf den weniger bekannten Bergsteiger Gottfried Jermann aus Dittingen», heisst Dimitri Hofer, Ressortleiter Öffentlichkeitsarbeit, zahlreiche Vernissagegäste willkommen. Jermann sei deshalb bekannt geworden, weil er der ersten Schweizer Seilschaft angehörte, welche 1947 die schwierige Eigernordwand durchstiegen hat. Die Museumsbesucher begegnen Jermann, den sie ihn Dittingen wegen seiner Theaterrolle in einer Gaunerkomödie einst auch «dr Räuber» genannt haben, in voller Grösse mit Seil, Pickel und den damals modischen Knickerbockerhosen. Nachdenklich scheint er sich nochmals das glücklich überstandene 38-Stunden-Abenteuer vom Start bei der Station Eigermeer bis zu einem tüchtigen Schluck Cognac auf dem Gipfel zu vergegenwärtigen. Im zweiten Stock des Museums folgt dann das grosse Staunen, obwohl man Cuenis Gemälde und Holzschnitte doch so gut zu kennen scheint. Schwungvoll und kräftig gemalt beeindrucken etwa die Ansichten vom Birsfall in Laufen oder vom winterlichen Blauen, während die aufwendig ausgearbeiteten Druckstöcke für die Holzschnitte viel Feinarbeit verraten. «Das Gschlirgg» des in den 1930er Jahren als «kauzig» gehandelten Aussenseiters hat heute eine Wertschätzung erreicht, die sich der Künstler zu seinen Lebzeiten nie hätte träumen lassen.

Rühriger Vorstand

Ein wenig stolz auf die mit Beifall aufgenommene Sonderausstellung sind die Leute vom Vorstand schon. Allen voran Hanspeter Steiner, Ressortleiter Ausstellungen, der zahlreiche Besucherfragen zu beantworten hat. Immerhin nimmt ihm als freiwillige Helferin Doris Schneider am Indoor-Buffet viel Arbeit ab, während «Zeremonienmeister» Christoph Sütterlin, Ressortleiter Aufbewahrung und Bestandssicherung, sich über den Tausch nicht für das Laufental typischer Ausstellungsgegenstände gegen eine Rötelzeichnung von August Cueni sehr begeistert zeigt. Und Dimitri Hofer hat nach dem tollen Vernissagestart nur noch einen Traum: Er möchte unbedingt eine neue Präsidentin oder einen neuen Präsidenten mit Herz haben. Für das Museum Laufental natürlich.

Die Sonderausstellung ist nächsten Sonntag, 20.11.2016, von 14.00 – 16.30 geöffnet, generell immer am ersten und dritten Sonntag des Monats zu den vorgängig angegebenen Zeiten.

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