Herzdamen auf Abwegen

«Stöck-Wyys-Cash», eine heitere Krimi-Komödie in fünf Akten, erzählt von vier Jasskolleginnen, die ohne Bereicherungsabsichten eine Bank überfallen. Die Tat gelingt, aber sie geraten ganz schön in die Klemme.

Theater am Jasstisch: Marlis, Resi, Hanni und Cecile im Gespräch mit Kommissar Benno Nietlisbach.   Foto: Jürg Jeanloz
Theater am Jasstisch: Marlis, Resi, Hanni und Cecile im Gespräch mit Kommissar Benno Nietlisbach. Foto: Jürg Jeanloz

Marlis, Resi, Hanni und Cecile sitzen gemütlich beim Jassen, tauschen sich ergiebig aus und plaudern über Gott und die Welt. Als der kurz vorbeischauende Kommissar Benno Nietlisbach ihnen erzählt, dass kürzlich eine Bank von vier Damen mit Katzenmasken überfallen wurde, nehmen die unterbeschäftigten Damen diesen Gedanken freudig auf und planen selbst einen Überfall. Marlis, die Gattin des Bankers Anton Fuchs, schlägt keck vor, die Bank ihres eigenen Mannes zu knacken, da sie über Insiderwissen verfügt und Anton angeblich ein narrensicheres Dispositiv gegen Überfälle aufgezogen hat. «Mein Mann hat seine Angestellten angewiesen, den Räubern ohne Widerstand alles Geld herauszurücken», weiss Marlis freudig zu berichten. «Dann sind wir ja richtige Gangsterinnen», frohlockt Cecile. Ohne Waffen, dafür mit einer angeblichen Bombe mit Fernbedienung, planen die vier Damen das dreiste Vorhaben. «Wenn das nur Hitchcock erleben könnte», seufzt Resi. Jetzt wird es äusserst spannend, denn die Handlung nimmt ungeahnte Wendungen. Die Verstrickungen sind derart vielseitig, dass der Zuschauer auf der Hut sein muss, um alle Hintergründe zu durchschauen. Die vier Damen spielen erfrischend, jede gestaltet ihre Rolle mit viel Flair und Hingabe. Die Bankergattin Marlis ist die geborene Anführerin, Hanni, die eifrige, vorwitzige Krimileserin, erzählt von ihrem Fachwissen, Resi, Mutter des Kommissars, glaubt die Technik und Trägheit der ermittelnden Beamten zu kennen und Cecile, die ehemalige Gerichtsschreiberin, fällt durch einfältige Voten auf. Anton verkörpert den schlitzohrigen und abgeschlagenen Banker, der seine Berufszunft so richtig in Verruf bringt. Tochter Fabienne und Hauptkassier Christian sorgen für eine kleine Liebesaffäre.

«Mich hat die Komödie vom ersten Moment an richtig gepackt», meint Regisseurin Tamara Jeisy Brodbeck. Unter ihrer Leitung spielt die ganze Truppe in horrendem Tempo, die Dialoge folgen Schlag auf Schlag. Sie achtet auf viele kleine Details und lässt die Schauspielerinnen immer wieder in neuen originellen Kleidern erscheinen. Der Ausgang des Stücks ist bis zur letzten Minute verworren und macht alles extrem spannend. Für die Aufführungen bietet die Theatergruppe Blauen ein reichhaltiges Verpflegungsmenu an und der Reinerlös geht zu Gunsten eines Theaterprojekts mit geistig behinderten Menschen. Erleben sie in Blauen einen kurzweiligen und amüsanten Abend.

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