Gemeindepräsident wirft Bettel hin

Thomas Schmid räumt kurzfristig den Posten als Gemeindepräsident. Auf der Zwingner Schlossinsel weht seit dem Budget-Debakel im Frühjahr und der damit zusammenhängenden Wiederwahl von Ex-Gemeindepräsident Ermando Imondi in den Gemeinderat ein steiferer Wind.

Tritt auf Ende Juni zurück: Gemeindepräsident Thomas Schmid hat letzte Woche seinen Rücktritt angekündigt. Foto: zvg/Archiv

Thomas Schmid (Mitte) gab letzte Woche seinen Rücktritt auf Ende Juni bekannt, wie die Gemeinde mitteilt. Er war seit 2016 im Gemeinderat und seit 2020 als Gemeindepräsident tätig. «Die finanziellen Probleme Zwingens waren aber nicht ausschlaggebend für meinen Entscheid», erklärt er auf Anfrage. Vielmehr seien es die künftigen Herausforderungen an das Amt, allem voran in der Schulraumplanung: «Da braucht es neue Kräfte, die mit vollem Elan dahinter sind.»

Schmid führt aus: «Wenn nun abgeschlossene Projekte, wie zum Beispiel die neue Gemeindeverwaltung, nach Zeitplan verlaufen wären, hätte ich schon Ende der letzten Legislatur 2024 demissioniert.» Doch aufgrund von Verzögerungen, unter anderem durch den Brandfall 2022, habe er die Projekte zuerst noch sauber beenden wollen.

«Die Kurzfristigkeit finde ich nicht richtig und verantwortungslos», kritisiert hingegen der Ex-Gemeindepräsident Ermando Imondi (SVP). Für ihn sei Schmids Rücktritt «aufgrund der finanziellen Lage» nun auch nicht überraschend. Imondi prangerte schon im Vorfeld der wiederholten Budget-Abstimmung im März die Finanzpolitik Zwingens an. Und nach seiner Rückkehr in den Gemeinderat Anfang Mai kündigte er an, harte Sparmassnahmen zu unterbreiten: «Im Gemeinderat wird ein anderer Wind wehen.»

Kurzfristig sei der Entscheid nicht, pariert Schmid diesen Vorwurf. Sein Stellvertreter habe schon länger Bescheid gewusst und sich vorbereiten können. «Doch ich wollte mit der öffentlichen Bekanntgabe bis nach der Eröffnung der neuen Gemeindeverwaltung warten.» Ad interim übernimmt Vizepräsident Daniel Müller (SVP) das Ruder. Bis am 8. Juli hat «die Mitte Zwingen» Zeit, einen Wahlvorschlag für die Ergänzung des Gemeinderates einzureichen. Ansonsten wird das vakante Amt öffentlich ausgeschrieben. Das Gemeindepräsidium wird anschliessend aus den Mitgliedern des Gemeinderates gewählt, was mittels stiller Wahl möglich ist. Dass Imondi auf diesem Weg ein Comeback als Gemeindepräsident hinlegt, ist nicht auszuschliessen.

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