Essen und schlafen bei minus 50 Grad

Michael Gauer, in Breitenbach aufgewachsen, in Laufen wohnhaft, will den ganzen Baikalsee zu Fuss bewältigen.

Ein extremer Abenteurer: Michael Gauer im «warmen» Laufner Stedtli.
Ein extremer Abenteurer: Michael Gauer im «warmen» Laufner Stedtli.

Wenns darum geht, Ausdauer oder Kraft zu trainieren beim Joggen oder im Fitnessstudio, bin ich nicht so seriös. Wenn der Aspekt ‹Adventure› dazu kommt, siehts anders aus.» Michael Gauer braucht seine bisherigen Abenteuer nur anzudeuten: 1200 Kilometer auf dem Bike durch die Wüste Gobi oder eine dreiwöchige Biketour durch die Rocky Mountains (4000 Höhenmeter pro Tag) beispielsweise. Was der Laufner jetzt aber vorhat, ist kaum zu glauben.
Michael Gauer möchte ganz alleine auf dem Baikalsee die Strecke von Severobaikalsk im Norden bis nach Kultuk im Süden, ausgerüstet mit Zelt, Schlitten, Skis und zwei Lenkdrachen als «Zugpferde», zurücklegen. 1000 Kilometer durch Wind und Wetter, Schnee und Eis – Snowkitting extrem. «Es gibt da zwar topfebene Flächen», sagt der 28-Jährige, «über weite Strecken aber müssen Berge von Packeis wie im Polargebiet erklettert werden.» Gauer weiss nicht genau, wie die russische Rettungskette funktioniert. «Das will ich auch gar nicht wissen, sonst wäre es ja gar kein Abenteuer mehr», kommentiert er. Ein Spot-GPS-Tracker (kleines Gerät mit drei Knöpfen, um Hilfe anzufordern) soll dem Extremsportler als Sicherheit reichen. Kein Computer, kein Handy und auch keine Waffe zum Schutz vor Wölfen und Bären, die in dieser Gegend nicht selten anzutreffen sind. Vor ihm hat das erst ein Österreicher geschafft, dieser allerdings «bewaffnet».
Der Baikalsee liegt mitten in Sibirien und ist zwischen November und März zugefroren. Michael Gauer muss hier mit bis zu minus 50 Grad Kälte rechnen. Dazu kommt ein eisiger Wind, der auf 30 verschiedene Arten über den See fegt. «Ein Unterschied zum Silvaplanersee, wo ich im Sommer öfter mit dem Kite surfe», sagt er lachend. Schwer zu sagen also, wie lange der Laufentaler unterwegs ist: «Ich rechne mit maximal drei Wochen.»

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Michael Gauer freut sich auf das Abenteuer. Am 31. Januar – eine Stunde nach der letzten Semesterprüfung an der Hochschule für Technik in Rapperswil, wo er erneuerbare Energien und Umwelttechnik studiert – steigt er in den Zug, Richtung Moskau.

 

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